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Wildbret – Schlüssel für die Zukunft der Jagd?

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Weiterbildungsveranstaltung für Kundige Personen

Am 08. Juni  fan im BSBZ Hohenems eine gut besuchte Fortbildungsveranstaltung für Jagdschutzorgane und Kundige Personen statt. Dr. Armin Deutz referierte auf spannende Weise zum Thema “Wildbret – Schlüssel für die Zukunft der Jagd”.

 

Thema: Wildbret –  Schlüssel für die Zukunft der Jagd?

Der Umgang mit dem Thema „Wildbret“ ist von A (wie Ansprechen) bis Z (wie Zerwirken)  eine Visitenkarte des Jägers.  Bereiche wie Wildbret und Wildtiergesundheit sind auch wesentliche Zukunftsfragen der Jagd und sie werden die weitere Entwicklung der Jagd wesentlich mitbestimmen. Dazu muss sich der Jäger auch seiner Rolle als „Lebensmittelunternehmer“ in der Versorgung des von Ihnen erlegten bewusst sein.

Mit dem „Lebensmittel-Hygienepaket“ wurde von früheren starren Normen abgewichen, dafür aber die Verantwortung jedes einzelnen Lebensmittelunternehmers und damit das Schutzniveau für den Verbraucher gesteigert. Jäger, selbst wenn sie kein Wild direkt vermarkten, sondern an einen Wildhändler abgeben oder nur auch verschenken, gelten als „Lebensmittelunternehmer“, auch mit entsprechender Haftung für sein „Produkt“ Wildbret.

Damit Jägerinnen und Jäger ihren lebensmittelhygienischen Aufgaben gerecht werden zu können ist eine laufende Weiterbildung und intensive Praxis erforderlich. Nur wenn man das Normalbild eines Organes kennt, können Abweichungen oder Auffälligkeiten erkannt werden.

Wildbret ist auch nicht nicht gleich Wildbret. An mehreren Merkmalen sind unsere Wildarten zu unterscheiden und auch innerhalb einer Wildart gibt es Faktoren, die die Wildbretqualität entscheidend beeinflussen. Diese Faktoren sind besonders der Fettgehalt, der auch von der Jahreszeit beeinflusst wird, das Alter, der Gesundheitszustand und nicht zuletzt die Fütterung oder auch natürlich die Brunftaktivität, vorwiegend bei männlichen Stücken.

Für „Wildbretqualität“ gibt es unterschiedliche Qualitätskriterien, nicht zuletzt weil der Jäger, der Verarbeiter, der Ernährungswissenschaftler, der Hygieniker und auch der Konsument unterschiedliche Vorstellungen davon haben. Die ernährungsphysiologisch-hygienische Qualität ist sicher das wichtigste Kriterium. Darunter fallen die biologische Wertigkeit des Fleisches, die bei Wild besonders hoch ist, der Nährstoffgehalt und natürlich das Freisein von Krankheitserregern bzw. gesundheitsschädigenden Rückständen. Unter technologischer Qualität ist die Eignung eines Lebensmittels im Hinblick auf seine Be- und Verarbeitung gemeint. Für die psychologische Qualität eines Lebensmittels sind Faktoren wie Erscheinungsbild, Verpackung, Geruch, Geschmack oder auch die Bequemlichkeit der Zubereitung verantwortlich. Zusätzlich gewinnen Qualitätsaspekte wie „ethischer Wert“ und „ökologischer Wert“ eines Lebensmittels immer größere Bedeutung.

 Univ. Doz. Dr. Armin Deutz

Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz, geboren 1962, arbeitet als Amtstierarzt in seinem Heimatbezirk Murau/Steiermark, daneben ist er Wildbiologe, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger (für Veterinärmedizin, Jagd, Fütterung, Tierschutz, Tierhaltung, Milch, Wildbret), Jäger, Hegemeister sowie Verfasser von bisher zehn Büchern und zahlreichen Publikationen zu den Themen Wildtier, Wild- und Nutztierkrankheiten, Zoonosen, Wildtierfütterung und Wildbrethygiene.

 

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