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Waldexkursion im Rahmen der Jungjägerausbildung

Autorin: Angelika Ehlich-Beutter

Im Rahmen der Jungjägerausbildung durften wir an zwei Samstagen an einem lehrreichen Rundgang in der Bürser Schlucht teilnehmen. Aufgeteilt in kleine, überschaubare Gruppen führte uns Michael Vonbank zuerst durch die Versuchsflächen. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, machte uns Michael auf Heckenkirsche und Himbeere aufmerksam. Geduldig erklärte er uns die Schlagformen und ihre Auswirkungen auf die Waldentwicklung.

Licht- und Schattenbaumarten waren das nächste Kapitel seiner Ausführungen. Einige Schritte weiter konnten wir verschiedene technische Vorrichtungen zur Verhinderung des Wildverbisses und der Fegeschäden kennenlernen. Sehr interessant war, dass die Pflanzen genaue Indikatoren für die Bodenbeschaffenheit sind. Dies fängt bei den Pioniergehölzen an und reicht über Haselnuss, Bingelkraut und Sauerklee zu den Gehölzarten, die auch unter widrigen Bedingungen gedeihen können. Dabei kam die Bedeutung der Rinde eines Baumes, z.B. des Bergahorns, für seine Funktion in steinschlaggefährdeten Regionen zur Sprache. Für uns unsichtbar zwar sind die Wurzelformen, aber umso wichtiger sind sie für das Überleben eines Waldes. Michael machte uns mit der Bedeutung von Herz- und Flachwurzlern im Standortschutzwald vertraut. Dass für die Aufforstung Jungpflanzen aus entsprechendem, standortgleichem Klima benötigt werden, war für manche von uns eine interessante Neuigkeit.

Im zweiten Teil der Exkursion besichtigten wir Vergleichsflächen und eine Wildfütterung. Die Vergleichsfläche führte uns auf sehr drastische Weise die fehlende Waldverjüngung vor Augen. Neben der Fütterung machte uns Michael auf eine frische Schälung an einem Fichtenstamm aufmerksam. Michael erklärte uns die Bauweise einer Fütterung und alle damit einhergehenden Fragen wie die Funktion der Hegegemeinschaft.

Buchstäblich Schritt für Schritt wurde für viele von uns an diesem Nachmittag eine neue Welt, die Welt des Waldes, eröffnet. Begriffe, die wir nur aus dem theoretischen Unterricht kannten, gewannen so in der Natur eine reale Bedeutung. Dass der Wald keine zufällige Ansammlung von Bäumen und Pflanzen ist, sondern ein kompliziertes System aus Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien, Licht und Schatten, wurde uns von Michael sehr detailliert und fachmännisch erklärt. Manchen von uns rauchte der Kopf ob der vielen verschiedenen Blatt-und Nadelformen.

Diese Fülle an Informationen forderte nach einer körperlichen Stärkung, die wir dann im Gasthof Traube in Bürs zu unserer vollsten Zufriedenheit fanden. Wir danken allen Organisatoren, die zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben.

Weidmannsdank!

Fotos: Matthias Gruber

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