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Waldexkursion am Silbertaler Kristberg

08.03.2015

Autor: Gaby Kraft

Wettervorhersage: Orkanartige Böen in höheren Lagen, verbunden mit starken Niederschlägen, unter 2000 m Seehöhe in Regen übergehend. Das war die Wettervorhersage für den ersten Termin der Waldexkursion, ich habe daher am Montagvormittag fix mit einer Absage bzw. Verschiebung  gerechnet. Nix da, mir ist jetzt klar – Jäger sind mehr als wetterfest – ausgemacht ist ausgemacht. Das passt mir gut.

Der Start bei der Talstation der Kristbergbahn bei richtig viel Regen versprach eine feuchte Waldschulung. Doch bereits über der ersten Mittelstation der Bahn sausten die ersten Schneeflocken an unserer Gondel vorbei. Oben angekommen, kam uns der Schnee fast waagrecht entgegen. Die eisernen JägerschülerInnen schnallten sofort ihre Schneeschuhe an und los ging`s über die Skipiste hinauf in den Bergwald. Ich kann bezeugen, dass ich kein einziges meckern oder raunzen gehört habe, was geht uns das Wetter an – na ja – alle die angemeldet waren, sind nicht gekommen.

Monika Dönz-Breuss, selbst im Silbertal daheim, führte uns durch die verschneite Landschaft zu den einzelnen Stationen der Waldschule. Erste Einblicke erhielten wir in die moderne Technik der Wissensvermittlung bei einer Station des Silberpfades, bei welcher per Knopfdruck Erklärungen zum Bergbau abgerufen werden können – aber nur im Sommer. Wir haben ja  Monika dabei, sie macht der technischen Ansage locker Konkurrenz.

Wir befinden uns in einer Freihaltung, unter uns sehen wir ein Beobachtungsgebiet von 6×6 m, es dient als Vergleichsfläche, um möglichen Wildverbiss aufzuzeigen.

Bei der nächsten Station gab`s einen typischen Wildschaden zu sehen – ein junges Nadelbäumchen war eindeutig von Rehwild als Fege- und Schlagbaum genutzt worden. Gleich daneben steht ein föhrenartiger Nadelbaum, welcher vom Ansatz bis zur Krone die Rillen des Dreizehenspechtes aufweist, ein wunderbares Schulungsmodell. Nicht weit davon stehen Fichten behangen mit Bartflechten, ein Bild wie ein vergessener Wald voller Spinnweben.

Durch die lichten Stellen im Wald fühlt sich nicht nur das Nadelgehölz wohl. Bauten vom Specht in die Stämme der Nadelbäume konnten wir sehen, auch die Entwicklung des Borkenkäfers, der „Buchdrucker“ liebt die Fichte, wurde uns augenscheinlich erklärt.

Weiter ging es hinauf zum Aussichtspunkt „Ganzaleita“ – um die nicht vorhandene Aussicht mit Humor zu genießen, wurden wir mit Schokolade versorgt. Im Gänsemarsch ging es dann wieder hinunter in die 300 Höhenmeter tiefer gelegene Bergstation am Kristberg. Auf dem Weg zeigte uns Monika noch Flechten – eine Symbiose aus Pilzen und Algen sind. Beim Alter schätzen einer Fichte am Wegesrand lagen wir ziemlich daneben, der Baum auf der Schattenseite des Berges ist bereits 170 Jahre alt – und ist in bestem Zustand.

Beim gemütlichen Ausklang in der Knappastoba wurde noch fachliches und auch privates ausgetauscht. Mit der Bahn um 17:20 Uhr ging es zurück ins Tal. Dank an Monika für die schöne Tour.

Fotos: Xaver Burtscher


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