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Wildbrethygiene

  • Umfasst das jägerische Verhalten vor und nach dem Schuss,
  • setzt grundlegende Kenntnisse der Biologie und des Verhaltens der Wildtiere voraus,
  • verlangt ein minimales Wissen über allenfalls mögliche Erkrankungen von Wildtieren und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für den menschlichen Verzehr
  • erwartet vom Jäger einen sachlich richtigen Umgang mit dem erlegten Tier.

Untersuchung von erlegtem Wild

Wird Wild aus freier Wildbahn als Lebensmittel verwendet, unterliegt es verschiedenen Untersuchungen, die sich je nach Verwendungszweck des Wildfleisches in drei Stufen gliedern lassen.

Dreistufige Untersuchungen

  1. Die erste Stufe der Untersuchung, die Lebenduntersuchung, ist obligatorisch und wird durch den Jäger selbst durchgeführt.
  2. Die zweite Stufe, die Untersuchung des aufgebrochenen Stückes und der Innereien, wird durch so genannte „kundige Personen“ vollzogen.
  3. Die dritte Stufe, die Fleischuntersuchung, darf nur von einem amtlichen Tierarzt im Verarbeitungsbetrieb vorgenommen werden.

Bestätigungen
Jeder Untersucher bestätigt die Durchführung und das Ergebnis: Der Jäger auf Seite 1 des Wildfleischanhängers, die „kundige Person“ auf Seite 2 des Wildfleischanhängers und der amtliche Tierarzt durch Aufbringen des Genusstauglichkeitskennzeichens (Stempelaufdruck) am Tierkörper und Eintragung in einer Datenbank.

Verwendung als Lebensmittel
Wird Wild oder Wildfleisch in kleinen Mengen durch den Jäger direkt an den Endverbraucher weitergegeben, so gilt die Lebensmittel-Direktvermarktungsverordnung. Dabei ist eine Untersuchung des aufgebrochenen Stückes und der Innereien durch eine „kundige Personen“ zwingend erforderlich.
Diese Untersuchung ist auch dann erforderlich, wenn Wild oder Wildfleisch in kleinen Mengen durch den Jäger an örtliche Einzelhandelsunternehmen, die diese direkt an den Endverbraucher abgeben, weiter gegeben wird.

Wird Wild oder Wildfleisch auf anderen Wegen oder in größeren Mengen abgegeben, so ist eine Fleischuntersuchung durch einen amtlichen Tierarzt notwendig. Dabei ist zu beachten, dass diese Fleischuntersuchung durch einen amtlichen Tierarzt und die Genusstauglichkeitserklärung nur dann erfolgen kann, wenn die Untersuchung der Eingeweide durch den amtlichen Tierarzt erfolgte oder die Bestätigung über eine durchgeführte Innereienuntersuchung durch eine kundige Person (Seite 2 des Wildfleischanhängers) vorgelegt werden kann.

In Vorarlberg sind 310 Jagdschutzorgane zu „Kundigen Personen“ nach der Lebensmittel-Direktvermarktungsverordnung ausgebildet.

Nachfolgend stehen als Download (pdf) die Lebensmittel-Direktvermarktungsverordnung, je ein Merkblatt zur Lebend- sowie zur Wildfleischuntersuchung, ein Muster eines  Wildfleischanhängers und der für die Wildfleischuntersuchung maßgebende Anhang III Abschnitt IV der Verordnung.

Zu diesem Thema können zwei Bücher aus dem Shop empfohlen werden:
Buch: Wildbret-Hygiene
Buch: Wildbret-Direktvermarktung