Wildeinfluss

In den österreichischen Jagdgesetzen und auch im Forstgesetz wird die Vermeidung untragbarer Wildschäden am forstlichen Bewuchs gefordert.

Wildverbiß ist eine natürliche Begleiterscheinung der Waldentwicklung. Große Pflanzenfresser, wie die Schalenwildarten Rot-, Reh- und Gamswild, können dadurch zu landschaftsprägenden Gliedern des Ökosystems werden.

Arten von Wildschäden

  • Sommerverbiss (Laubhölzer werden während des ganzen Vegetationszeitraumes verbissen)
  • Winterverbiss (häufigste Schadensursache – Waldbäume dienen als Äsung – deshalb Winterfütterung)
  • Seitentriebverbiss
  • Leittriebverbiss (Terminaltriebverbiss)
  • Keimlingsverbiss
  • Fegeschäden / Schlagschäden (Wild endfernt den Bast vom Geweih)
  • Schälschäden (Rinde wird abgezogen)

Der Jungwuchs des Waldes ist von Natur aus ein wesentlicher Bestandteil der Nahrungsbasis dieser Tierarten. Seit Urzeiten haben sich Wild und Wald als zwei Bestandteile desselben Ökosystems gemeinsam entwickelt und wechselseitig angepaßt.

Erst durch den Menschen wurden manche Wildarten nicht nur zur Gefahr für den Wald, sondern auch zu Konkurrenten des Menschen.

Dazu kommt seit einigen Jahrzehnten das Problem eines ungezügelten Tourismus. Hirsch, Reh und Gams sind zwar sehr anpassungsfähig und können auch in stark veränderten Lebensräumen – wenn auch oft nur noch kümmernd – überleben.

Will man die Wald-Wild-Situation nachhaltig verbessern, also gleichzeitig untragbare Wildschäden am Wald verhindern und dem Wild einen artgerechten, möglichst naturnahen Lebensraum erhalten, so gilt es erst einmal, das ökologische Fehlverhalten des Menschen als Ursache der aktuellen Probleme zu erkennen.

Denn verstärkte Wildschäden sind zunächst als Symptom für die durch den Menschen gestörten Wechselbeziehungen zwischen Wild und Umwelt aufzufassen, dessen Ursachen regional zu ergründen sind.

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Foto: Hubert Schatz

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