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Die Ausbildung des jagdlichen Nachwuchses

Ausbildungsjäger 2013Wer sich für den Beruf des Jagdaufsehers entschlossen hat, muss sich in Vorarlberg einer gründlichen und zeitintensiven Ausbildung unterziehen. Um sich die entsprechende Praxis anzueignen, hat der interessierte Probejäger in einem geeigneten Lehrrevier unter Führung und Anleitung des dort beschäftigten Jagdschutzorganes 2 Praxisjahre, die so genannten Probejahre abzuleisten. Während dieser Zeit erfolgt auch die theoretische Ausbildung.

Das Wissen erfährt der Aspirant im bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum in Hohenems. Der Unterricht in allen jagdlichen, forst- und naturschutzrechtlichen Fachbereichen sowie der Wildtierökologie erfolgt größtenteils durch Jagdschutzorgane, die hinsichtlich ihres Fachwissens und ihrer pädagogischen Fähigkeiten dazu besonders prädestiniert sind.
Ausbildung zum Vorarlberger Jagdschutzorgan

Die Ausbildung besteht aus 3 Säulen:

  1. Vorarlberger Jägerschule
  2. Exkursionen und Seminare
  3. Lehrrevier

Theoriefächer in der Vorarlberger Jägerschule

• Wildkunde I (Hirschartige)
• Wildkunde I (Hornträger)
• Wildkunde II
• Wildkunde II (Bär, Luchs)
• Raufußhühner / Monitoring NATURA 2000
• Wildbrethygiene und
• Naturschutzgesetz-Naturschutzverordnung
• Jagdliches Brauchtum
• Jagd- und Fangmethoden
• Pirsch- und Schusszeichen

• Wildökologie
• Jagdhunde
• Wildbewirtschaftung
• Jagdgesetz-Jagdverordnung
• Konfliktmanagement
• Trophäenvorbereitung
• Trophäenbewertung (CIC-Messformel)
• Wildkrankheiten
• Waffenkunde
• Waffenrecht

Forstwirtschaftliche Ausbildung (theoretisch und praktisch)

• Waldbau
• Standortslehre
• Wildschadenskontrollzaunsystem, Forstgesetze
• Ursachen und Arten der Wildschäden , Wildschadensvermeidungsmaßnahmen

Als Unterrichtsmaterialien dienen neben dem Jagdprüfungsbehelf größtenteils Skripten, die von den Referenten der Vorarlberger Jägerschule erarbeitet wurden

Praxiseinheiten in der Vorarlberger Jägerschule und praktische Ausbildung

• Exkursion Rotwildfütterung
• Behandlung erlegten Wildes und Wildbrettseminare
• praktische Waffenkunde
• Anschuss-Seminar
• praktische Trophäenvorbereitung
• Praxis der Trophäenbewertung
• Niederwild-Exkursion
• Pfostenschau

Ausbildungsrevier

Zweijährige Ausbildung in einem Lehrrevier bei einem Jagdschutzorgan, der über die zur Ausbildung erforderliche Zuverlässigkeit und fachliche Kenntnisse verfügt.

Gesetzliche Bestimmungen des Lehrreviers

• Mindestgröße 500 ha
• Mindestabschuss  10 Stück Schalenwild
• Jagdeinrichtungen (Wildfütterung)
• ausgebildeter Jagdhund wird dauernd gehalten

Diese sogenannten Ausbildungsjahre (1+2.Lehrjahr) werden durch ein Jagdtagebuch belegt, welches das zukünftige Jagdschutzorgan unter der Aufsicht seines Ausbildners führt und zur Jagdschutzprüfung vorlegen muss. Außerdem behandelt der Ausbildungsjäger eine praxisorientierte Rechercheaufgabe.