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Vierter JungjägerInnenstammtisch 2015/2016

05.05.2017

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Autorin: Dr. Marion Eckert-Krause

Soll ich mir einen Jagdhund anschaffen? Wenn ja, welchen? Was ist zu beachten, damit alles klappt und die intensive Ausbildung des Hundes allen Beteiligten Freude macht und Jagderfolge sichert. Diese und mehr Fragen beantwortete Martin Schnetzer, Landesjagdhundereferent und Obmann der Landesgruppe Klub Deutscher Wachtelhunde. Viele interessierte JungjägerInnen aller Regionen waren am 27. April der Einladung zum gemeinsamen Hock und Austausch ins Café Restaurant Reblaus nach Bludesch gefolgt.

„Ich schaffe mir einen Jagdhund an!“ Mit diesen Worten leitete Martin seinen lebendigen und informativen Vortrag ein. Er erläuterte auch kurz, dass er sich aus dem Jagdhundewesen absichtlich genau dieses Kapitel herausgegriffen hat. Die Vorüberlegungen zur Anschaffung eines Jagdhundes seien elementar wichtig, die Jagdprüfung der erste Schritt. Sich einen Jagdhund zuzulegen und dann mit diesem nicht auf die Jagd gehen zu können, weil die Grundvoraussetzung fehle, sei weder dem Hund fair gegenüber noch werde es dem Jagdgedanken gerecht. Und so solle man klären, warum man einen Jagdhund haben möchte: Eigeninteresse, Freunde, Erlebnisse, Urlaub oder Medien usw. und die Fragen: wo habe ich Jagdmöglichkeiten, wo ein Übungsrevier? Denn einfach so mit seinem Hund in ein Jagdrevier zu gehen, könne durchaus Konflikte mit anderen Jägern hervorrufen.

Rasse-Entscheid nach Revier-Auswahl

Weiss ich, ob ich mit meinem Jagdhund eher im Aurevier, Niederwildrevier oder Bergrevier pirschen und jagen gehe, kann ich mich für eine Rasse entscheiden. Dann erst macht es Sinn, sich über die Gegebenheiten daheim Gedanken zu machen, wie Wohnung, Haus, Kinder, Nachbarn und – ganz entscheidend – PartnerIn. Schnell könne der Haussegen schief hängen, wenn die Anschaffung eines Hundes nicht abgesprochen sei. Ein Hund bringe Dreck und Staub und Haare mit sich, müsse zum Tierarzt, regelmäßig bewegt werden, fressen, spielen usw.

Rüde oder Hündin muss abgewogen werden, beide Geschlechter haben ihre Vor- und Nachteile. Steht der Entscheid „pro Jagdhund“ fest, muss ein entsprechender Züchter gefunden werden. Ganz klar, meinte Martin, komme nur ein reinrassiger Jagdhund in Frage. Und zwar einer aus Österreich oder dem „kern“-europäischen Ausland. Im Osteuropäischen gebe es verlockende Angebote und „Superpapiere“ – nur stimmten die in vielen Fällen nicht. Dies sei ärgerlich sei und könne sehr teuer werden, wenn der Hund krank und sich für die Jagd als untauglich erweise.

Wurf und Welpe

Hat man einen Züchter seines Vertrauens gefunden (Internet, Zeitungen, Freunde, Vereine etc.) sollte man Kontakt aufnehmen und bei gutem Gefühl und nach Lektüre diverser Fachbücher seinen Welpen bestellen. Hat die Zuchthündin gewölft, könne man den Welpen aussuchen und ihn zwischen der 8. und 9. Woche (Züchterentscheid kann auch 12. Woche bedeuten) heimholen, wo eine gerichtete Unterkunft (Schlafplatz im Haus, Zwinger) auf das neue „Familienmitglied“ wartet.

Es sei schwer, wenn so viele knuffige Welpen um die Beine springen, einen davon auszusuchen. Martin gibt einen Einblick, wie er es macht. Er setze sich in eine Ecke, beobachte die Welpen und nehme den, der selber alles beobachtet und nicht spontan und frech aus der Gruppe hervorsteche. Schon zu dem Zeitpunkt müsse man wissen, was man sich von dem Wesen des Hundes verspricht. Ist das Tier daheim, brauche man die ersten Nächte starke Nerven, weil der Welpe sich nun allein in einer fremden Umgebung zurechtfinden müsse. Das Tier gebe durchdringend ausdauernd Laut – herzzerreißend. Die sensitive Prägungsphase habe aber bereits gestartet, daher müsse man diese Momente aushalten und dürfe nicht nachgeben.

Der Funke sprang über

Jäger seien Vorbilder und als solche seien sie mit ihrem Jagdhund im Revier weidgerecht unterwegs. Dazu muss sich das Gespann Jäger-Hund aufeinander verlassen können. Die persönliche Ausbildung wird durch Welpenschule und Prüfungen ergänzt. Keine Angst vor Prüfungsstress beim Hund – der freut sich, dass man sich mit ihm beschäftigt, er was lernt, belohnt wird und sich Stück für Stück weiterentwickelt. Im Jagdhundeklub gibt es weitere Fachinformationen und Experten, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bei dem ein und anderen konnte Martin das Nachdenken anstoßen und den Funken überspringen lassen.

Wissensstammtisch-Stammtischwissen

Die Form des Stammtisches kam sehr gut an. Geselliges Beisammensein, kulinarischer Genuss, Erfahrungsaustausch und Wissensvermittlung begeisterten und machten neugierig auf weitere solche wissens- und horizonterweiterten Veranstaltungen.

Die Gruppe der angehenden JungjägerInnen 2016-2017 profitierte neben dem Thema Jagdhund und den angeregten Diskussionen auch von wertvollen Informationen für die Prüfungen.

Weidmannsdank an Alice Leiler für die Organisation des JungjägerInnen-Stammtisches. Das nächste Treffen ist für den 18. August 2017 als Sommerhock in Feldkirch geplant und kann daher schon im Kalender vermerkt werden.

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