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Tuberkulose (TBC) – Maßnahmenkatalog in Vorarlberg

Anlässlich der Entwicklungen der Tuberkulosefälle im Tiroler Lechtal (Gemeinde Steeg) erarbeitete das Land Vorarlberg unter Vorsitz von LR Ing. Erich Schwärzler gemeinsam mit Vertretern der Jägerschaft, Landwirtschaft sowie der Jagd- und Veterinärbehörde einen Maßnahmenkatalog, um eine Übertragung von Tuberkulose auf das Rotwild in Vorarlberg und auf den Vorarlberger Viehbestand möglichst hinanzuhalten.

Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung der Übertragung des Tuberkulose-Erregers Mykobacterium caprae zwischen Rotwild und Weidevieh (Quelle: Zahl Vb-1703.01):

Fütterungshygiene beim Rotwild sowie Weidehygiene für das Weidevieh

Allgemeine Maßnahmen:

  • Frühzeitige Anzeige (Rind) bzw. Meldung (Rotwild) von Seuchenverdachtsfällen
  • Keine Vertuschung von Verdachtsfällen
  • Schulung von Jägern/Kundigen Personen zum Krankheitsbild der Tuberkulose
  • Untersuchung sämtlicher Verdachtsfälle sowie laufendes Screening von unverdächtigen Proben

Spezielle Maßnahmen für die Jägerschaft:

  • Kein Aufbruchsmaterial auf Weideflächen liegen lassen. Verdächtiges Material seuchensicher entsorgen
  • Entsorgung von Fallwild
  • Großzügige Hegeabschüsse bei geringsten Verdachtsmomenten
  • Strenge Fütterungshygiene, keine Bodenvorlage von Futtermitteln
  • Platzierung der Salzlecken für Rotwild an Orten, die für Weidevieh nicht erreichbar sind
  • Kompostierung (Misthaufen) von Losung und Futterresten aus dem Fütterungsbereich und Ausbringung auf Weideflächen erst im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr
  • Schaffung von Äsungsflächen im Wald, Begrünung von Forststraßen
  • Wenn möglich bzw. nötig Trennung von Wald und Weide
  • Reduktion des Rotwildbestandes wo nötig (über Kahlwild)

Spezielle Maßnahmen für die Landwirtschaft:

  • Sichere Abzäunung von Rotwildfütterungen, um den Zutritt von Rindern zu verhindern
  • Lecksteine nur im notwendigen Maß zur Lenkung des Weideviehs verwenden und nach dem Verlassen einer Weidefläche wieder abräumen
  • Verdächtiges Wild umgehend dem Jagdschutzorgan melden

Probenentnahme – Monitoring

Die Probenentnahme für die TBC-Untersuchung erfolgt 2011 gemäß dem Stichprobenplan des ERN-Net. Dabei erfolgt die Probenentnahme sowie die fleischhygienische Beurteilung durch die Kundige Person. In definierten Jagdgebieten der Pufferzone zum Tiroler Lechtal soll eine Einsendung von 100% des erlegten Wildes angestrebt werden. Soweit hier nicht alle Einsendungen die Kriterien für das ERA-Net erfüllen, sollen die Proben zumindest nach dem Schema untersucht werden, das bisher für die Einsendungen aus Vorarlberg verwendet worden ist.

Bejagung

Durch intensive Bejagung in der Pufferzone angrenzend an das Tiroler Lechtal wird angestrebt, die Zuwanderung von Rotwild aus dem Lechtal zu unterbinden. Zur Umsetzung wurden folgende Rahmenbedingungen geschaffen: Vorverlegung der Schusszeiten von Rotwild sowie Aufhebung der Alters- und Geschlechtsklassen (letzteres gilt für Lech und Warth). Die Jäger sind dazu aufgerufen, mit möglichst geringer Beunruhigung Wild über den Abschussplan hinaus zu erlegen, bei Kahlwild gibt es keine Beschränkung nach oben.

Kundige Person

Zur Gesunderhaltung des Schalenwildbestandes wird für die Jagdschutzorgane am 14. Mai 2011 neuerlich eine Schulung in der TBC-Erkennung und Probenentnahme in der Region Hinterwald / Hochtannberg sowie im Montafon für die Wildregionen 2-4 abgehalten – SIEHE HIER

Tiergesundheit beim Weidevieh – Informationsauschtausch zwischen Tirol und Vorarlberg

Zur Absicherung der Tiergesundheit beim Weidevieh soll in betroffenen Regionen nicht nur das Vieh untersucht werden, sondern insbesondere auch Alprinder, die in diesen Gebieten gealpt worden sind – auch wenn sie aus weiter entfernten Gemeinden stammen.

Weidevieh in Bekämpfungszonen

Weidevieh von Landwirten, die in der Bekämpfungszone im Lechtal alpen, ist jedenfalls zu untersuchen

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit zur Information der Jägerschaft und der Landwirtschaft.

Quelle: Land Vorarlberg

Weitere interessante Beiträge zum Thema Tuberkulose:

Tuberkulose bei Rotwild – ein Beitrag von Amtstierarzt Dr. Norbert Greber

Tuberkulose bei Wildtieren – ein Beitrag von Dr. Walter Glawischnig, AGES

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