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Rückkehr auf leisen Sohlen

Foto: Monika Dönz-Breuß

 

Bis zirka 1850 war die Wildkatze in der Osthälfte Österreichs weit verbreitet. In Niederösterreich konnten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Randlagen des Wienerwaldes und des anschließenden Gutensteiner- und Türnitzer-Berglandes und im südlichen Abschnitt der Weinviertler Klippenzone von Waschberg und Bisamberg bis zum Ernstbrunner Wald noch spärliche Wildkatzenpopulationen bestätigt werden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde keine dieser Populationen mehr bestätigt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg blieben ein Kärntner und südsteirisches Vorkommen erhalten, welches in Verbindung mit der Population in Slowenien stand.Abgesehen von vereinzelten Hinweisen, ist kaum etwas über die gegenwärtige Situation der Wildkatze in Österreich bekannt. Die Plattform Wildkatze will mehr über den Bestand dieses scheuen Jägers in Österreich erfahren und ersucht um Hinweise. 

Plattform Wildkatze 
Die Plattform Wildkatze ist eine Zusammenarbeit verschiedener österreichischer Organisationen, die sich für Schutz und Förderung der Wildkatze in Österreich einsetzen. Die Aufgabe besteht in der Koordination der österreichischen Aktivitäten, die vom Nationalpark Thayatal und der Koordinations- und Meldestelle Wildkatze des Naturschutzbundes wahrgenommen wird. 

Lebensraum 
Die europäische Wildkatze ist ein typischer Waldbewohner und wird deshalb auch „Waldkatze“ genannt. Der wissenschaftliche Name Felis silvestris deutet ebenfalls auf den Lebensraum Wald hin. Sie verlässt die Deckung des Waldes nur selten und entfernt sich in der Regel nicht weiter als 200 m vom Waldrand. Ideale Lebensräume findet sie in störungsarmen, reich strukturierten, naturnahen Laub- oder Mischwäldern. In klassischen Niederwildgebieten ist sie deshalb selten zu finden. In Regionen mit langer hoher Schneedecke (Nadelwaldgebiete in Bergregionen) macht sie nur gelegentliche Sommerausflüge, weil sie ihre Beutetiere unter einer dicken Schneedecke nicht erreichen kann. Als Wildtier ist sie äußerst scheu und darf nicht mit verwilderten Hauskatzen verwechselt werden, die von der afrikanischen Falbkatze abstammen. 

Hauptbeute sind Mäuse  
Grund für das Verschwinden der Wildkatze war allen voran die völlige Fehleinschätzung ihrer “Schädlichkeit” und die daraus resultierende Verfolgung. So wurde die Wildkatze einst als “echter Wütherich, dem zum Tiger nichts, als die Größe fehlt” beschrieben. Dieser schlechte Ruf wurde mittlerweile widerlegt. Die Hauptbeute der Wildkatze besteht aus Kleinsäugern, vor allem Wühlmäusen. Wildkatzen erbeuten gelegentlich auch kleine Tiere bis zur Kaninchengröße (Amphibien, Reptilien, Insekten, Vögel und Fische). 

Foto: Monika Dönz-Breuß

Steckbrief Wildkatze   

Aktuelle Verbreitung 
Aus dem Wald- und Mühlviertel liegen seit den 70er Jahren mehrere Einzelbeobachtungen vor, so zum Beispiel auch eine Sichtung aus dem Jahr 2003. Diese werden jedoch als Einzelgänger eingestuft. Bei einigen davon nimmt man an, dass es sich um Abwanderungen von wiederangesiedelten Tieren im Bayerischen Wald bzw. Böhmerwald handelt.  

Potenzielle Wildkatzenlebensräume in Österreich  

Sichtungen von Wildkatzen können HIER gemeldet werden.  

Aktionsplan „Schutz der Wildkatze“

Quellen: 
Wildkatze in Österreich 
waldwissen.net

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