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Reaktion auf Aussagen des Vlbg. Waldvereins

Jungwald Nachwuchs

Die Ratschläge einiger Funktionäre des Vlbg. Waldvereins in der letzten Waldzeitung möchte ich an dieser Stelle nicht unwidersprochen lassen. Die Stimmungsmache gegen die Hegeschauen ist im Grunde nichts Neues, es ist eine uralte Forderung von Seiten dieser Personen. Trotz der ständigen Wiederholung dieser Forderung, wird der Zuspruch zur verpflichtenden Hegeschau und den damit verbundenen Veranstaltungen nicht geringer. Wir sind bestärkt diesen Weg, verbunden mit dem offenen Dialog, weiterzugehen.

Insgesamt erweckt sich bei mir zunehmend den Eindruck, dass gewisse Personen und Vereine an einer gesamtheitlichen Lösung der Forst-Jagd-Situation gar nicht interessiert sind, sondern vielmehr seit Jahren eine anlassbezogene Feindbildpflege betrieben wird. Um nicht falsch verstanden zu werden: es braucht den Dialog zwischen Forst und Jagd dringend. Das erfordert aber einen anderen, einen wertschätzenden Umgang. Wenn ich auf die letzte Waldzeitung schaue, helfen uns solche „Ratschläge“ (auch Ratschläge sind Schläge) nicht weiter.

Dass es im Land Vorarlberg bereits sehr gut funktionierende Arbeitsgruppen und auch umgesetzte Konzepte zum Thema Wald-Wild gibt, wird offenbar gerne totgeschwiegen, beziehungsweise bewusst ignoriert.

Als Beispiel möchte ich die WWKS-Steuerungsgruppe anführen, bei welcher auf sehr produktive Art und Weise die gemeinsamen Rahmenbedingungen für die zukünftige Erfassung der Waldverjüngungs- und Wildeinflusssituation festgelegt wurden. Diese ziel- und lösungsorientierte Vorgehensweise war möglicherweise ein direktes Resultat aus der Anwesenheit einiger „neuer Gesichter“, welche nicht am Fortschreiben des alteingesessenen Konflikts interessiert sind.

Pauschale Lösungen können und werden unter den komplexen Gegebenheiten der Natur nicht langfristig Bestand haben. Schon allein aus diesem Grund kommt ein generelles Nein von Rehwildfütterungen im ganzen Bundesland nicht in Frage. Es braucht stets Ansätze, welche an die lokale Situation angepasst sind und laufend abgestimmt werden. Dass die Fütterung von Rehen durchaus Sinn machen kann, sehe ich in „meinem“ Revier, der GJ Bildstein. Die Fütterungen habe ich von meinem Vorpächter übernommen und dabei nur gute Erfahrungen gemacht. Sowohl in Bezug auf den Zustand der Rehwildpopulation, als auch die Situation der Waldverjüngung, welche hervorragend ist.

Im Hinblick auf die Natürlichkeit mancher anthropogenen Maßnahmen wäre wohl eine gewisse Selbstreflektion angebracht, verbunden mit der Frage, ob das Einbringen einer nicht-heimischen Baumart, wie der Douglasie, tatsächlich die Lösung aller Probleme darstellt. Auch hier wird es keine pauschale Antwort für die gesamte Landesfläche geben können.

Generell ist festzuhalten, dass die wiederholt angepriesenen „Wundermittel“ nicht unhinterfragt auf sämtliche Situationen übertragbar sind. So bin ich auch sehr froh darüber, dass ich mir, gemeinsam mit mehreren Fachpersonen, persönlich die Situation im Bayrischen Nationalpark, welche mit unserer Ausgangslage in keinster Weise vergleichbar ist, anschauen konnte.

Deshalb nochmals – das gebetsmühlenartige Vorbringen dieser uralten Forderungen trägt sicherlich nicht zur Verbesserung der Situation bei. Für zielorientierte, lokal angepasste und auch umsetzbare Lösungen haben wir jederzeit ein offenes Ohr.

LJM Christof Germann

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