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Pirschgang in der Eigenjagd Wöster

Autorin: Sylvia Bönisch

Am 17. August durfte das Organisationskomitee des Jungjägerfestes 2013 Jagdschutzorgan Karlheinz Jehle auf einem Pirschgang durch das Revier Wöster begleiten. Als Jungjäger hatten wir dabei Gelegenheit vom Erfahrungsreichtum unseres Pirschführers zu profitieren.

Bereits wenige Meter von der Bergstation der Rüfikopfbahn entfernt, hatten wir bereits Anblick auf die ersten Murmel. Auch zwei Affen vor dem Bau konnten wir beobachten und in Ruhe fotografieren. Jagdherr Karlheinz Jehle erklärte uns wie man anhand der Schwarte aus der Distanz Katzen und Bären unterscheidet und konnte uns darüber hinaus mit vielen interessanten und vertiefenden Informationen über Habitat und Lebensweise der Murmel fesseln. Dabei wurden beispielsweise Ablauf und Phasen des Winterschlafs und Parasitenbefall im Detail erläutert. Besonders spannend war für uns die Tatsache, dass sich im Familienverband der Murmel nur je die dominante Katze und der dominante Bär fortpflanzen, wobei die dominante Katze die Nachkommen der anderen Katzen tötet. Auch die Baukonstruktion, die Temperatur im Bau bei milden bzw. schneereichen Wintern und die Fähigkeit der Murmel mithilfe von sogenannten braunen Fettzellen Wärme zu produzieren wurde uns erklärt.

Nach den ersten Murmeln erspähte unser Pirschführer mit scharfem Blick ein einzeln stehendes Stück Gamswild – einen vierjährigen Bock – und erläuterte in diesem Zusammenhang das Ansprechen anhand des Körperbaus. Im Verlauf der Pirsch hatten wir Dank unserem Jagdherren weiters Anblick auf ein Gamsrudel mit 15 Stück (inklusive Kitze) sowie mehrere Stück Steinwild und noch einige einzeln stehende Stück Gamswild.

Thema während der Pirsch war auch die Bedeutung und jagdliche Handhabung diverser Wildkrankheiten. So wurde zum Beispiel auf die Gamsblindheit, die Staupe sowie auf die aktuelle Problematik mit Tuberkulose und Räude eingegangen. Auch von botanischer Seite kamen wir auf unsere Kosten: im Rahmen der Pirsch wurden wir auf Wollgras und verschiedene Enzianarten aufmerksam gemacht. Zur Auflockerung wurden dabei auch das Sammeln von Enzianwurzeln und die Feinheiten des Schnapsbrennens besprochen.

Daneben wurde die ernstere Problematik der Beunruhigung des Reviers durch den Tourismus und diverse Freizeitaktivitäten mit den daraus entstehenden Konsequenzen für das Wild erörtert. So wurden wir unter anderem auf niedrigere Wildbretgewichte durch die Verschiebung der Äsungszeiten auf frühe Morgen- und späte Abendstunden hingewiesen. Dies impliziert natürlich auch, dass das Wild hierdurch schwächer in den Winter geht, in dem wiederum die Beunruhigung durch den Wintersport die Nutzung des ohnehin eingeschränkten Äsungsangebotes limitiert.

Gegen Ende der Pirsch zeigte uns Jagdschutzorgan Karlheinz Jehle noch einige gut getarnte Reviereinrichtungen und erklärte uns Möglichkeiten für den Jäger im Revier bessere Lebensraumbedingungen für bestimmte Wildarten, beispielsweise durch das Erhalten von Balzplätzen für das Birkwild, zu schaffen. Auch eine Rehwildfütterung war Teil der Ausführungen. Die letzten Höhenmeter zurück nach Lech wurden per Haflinger bewältigt, danach konnten wir gemeinsam bei einer wohlverdienten Mahlzeit entspannen.

Wir möchten uns auf diesem Wege nochmals recht herzlich bei Herrn Karlheinz Jehle für die außergewöhnlich lehrreiche Führung durch das Revier Wöster bedanken.

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