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Kanton St. Gallen bereitet sich auf den Wolf vor

„Der Kanton St. Gallen bereitet sich auf die kommende Weide- und Alpsaison mit einem Wolfsrudel vor. Es entsteht eine Anlaufstelle für Herdenschutz. Das St.Galler Konzept Wolf regelt die Zuständigkeiten und die Entwicklung des Rudels wird genau beobachtet.

Im Jahr 2012 hat sich im Calandagebiet ein Wolfsrudel gebildet – erstmals nach der Ausrottung des Wolfes in der Schweiz im 19. Jahrhundert. Die Wölfe sind von der sich ausbreitenden Wildpopulation in Italien zugewandert. Zurzeit leben im Calandagebiet acht Wölfe. Wahrscheinlich gibt es in diesem Jahr weiteren Nachwuchs. Es ist davon auszugehen, dass ein Teil dieses Rudels in andere Gebiete abwandert und die Ausbreitung der Wölfe in der Schweiz weiter voranschreitet. Weil die Entwicklung sehr ungewiss ist, bereiten sich die zuständigen kantonalen und eidgenössischen Fachstellen auf die rasch ändernden Bedingungen vor und haben verschiedene Vorkehrungen getroffen.

Wölfe aus Italien

Der Wolf ist in der Schweiz durch die Berner Konvention geschützt. Als Folge des Schutzes wachsen die Wolfspopulationen in Europa, und viele Gebiete werden nach seiner Ausrottung wieder besiedelt. Dies gilt auch für die Schweiz. Aufgrund seines Schutzstatus begleiten Bund und Kanton die Rückkehr des Wolfes, um übermässige Schäden abzuwenden.

Herdenschutz und St.Galler Konzept Wolf

Diese neue Situation stellt die Betroffenen vor grosse Herausforderungen. Insbesondere müssen Kleinviehherden vor Wölfen geschützt werden. In Gebieten mit regelmässiger Wolfspräsenz hat sich der Einsatz von Herdenschutzhunden bewährt. Beim landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen in Salez wird eine Anlaufstelle Herdenschutz aufgebaut, welche die betroffenen Landwirte beim Aufbau und Betrieb des Herdenschutzes und bei Fragen der Struktur der Alpbewirtschaftung berät und unterstützt. Zudem steht eine nationale Eingreiftruppe für den Herdenschutz bereit, wenn plötzlich Schäden auftreten. Das Konzept Wolf St.Gallen regelt unter anderem die Zuständigkeiten und die Massnahmen zur Überwachung der Wolfssituation (Monitoring), zum Herdenschutz (Prävention) und bei Schadensfällen an Nutz- und Wildtieren. Gerissene Nutztiere werden entschädigt. Die Nutztierhalter werden beim Aufbau des Herdenschutzes unterstützt und die Jägerschaft für die Unterstützung beim Monitoring entschädigt.

Menschen und Wölfe

Wie andere Wildtiere meiden Wölfe Begegnungen mit Menschen. Obwohl sie sich bei der Nahrungssuche in der Nähe von Siedlungen aufhalten können, besteht für Menschen keine Gefahr. Dies bestätigen Nachbarländer wie Frankreich oder Italien, wo Wölfe seit Jahrzehnten wieder heimisch sind. Dennoch gilt: Wölfe sind Wildtiere und dürfen nicht gefüttert werden.“

PDF Konzept Wolf St. Gallen, Medienmitteilung des Kantons St. Gallen, 05.04.2013 3

Quelle: KORA

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