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JungjägerInnen 2016/2017 auf der „Ziel“geraden

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Autorin: Dr. Marion Eckert-Krause, angehende Jungjägerin

Was wäre die Jägerausbildung ohne Waffenkunde und Waffenhandhabung. Aber was wäre Waffenkunde und Waffenhandhabung ohne Karlheinz Würder, Michael Binderberger und Walter Hagen. Beim dritten Übungsschießen in Egg am 15. April 2017 ging die letzte Gruppe der JungjägerInnen 2016/2017 rundum zufrieden in die Osterpause und nahm erhebliche Sicherheit für den anstehenden und abschließenden Prüfungsanlass mit. Für jeden – egal mit welcher Vorbildung – hat sich das Ausbildungsteam Zeit genommen, ab- und nachgefragt, unermüdlich erklärt, gezeigt und geduldig korrigiert.

Schonzeitpause für „Rehbock“ und „Hase“ in Egg

Die Schüsse auf die Rehbock-Scheibe wurden mit Repetierbüchsen unterschiedlichen Kalibers (.222 und 30-06) abgegeben, nachdem Arm- und Körperhaltung sowie Sitzposition und die optische Visierung passend eingestellt waren.
Wann ist die Waffe gesichert, wann ungesichert, woran erkennt man das? Welche Stecherarten gibt es, was hat die aktuelle Waffe für einen und wie funktionieren französischer und deutscher Stecher in der Praxis – denn bisher war für einige alles noch graue Theorie.
Mit aufgelegter Waffe ins Schwarze treffen war dann gar nicht mehr ganz so unmöglich. Etwas schwieriger gestaltete sich der Flintenschuss auf die laufende Hasenscheibe. Denn erstens mussten wir stehen, dann die Waffe richtig angelegt mit dem Hasen mitführen, auf den Kopfteil zielen und abdrücken. Das ging mit der Zeit auf die Arme und in die Schulter.

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Doch bevor es ans „Hasen-Schießen“ ging, wurden die Jungjäger-AnwärterInnen auf Herz und Nieren an der Kipplauf-Doppelflinte geprüft. Glatter Lauf, Patronenauswerfer, Sicherung, Abzugseinrichtung, Waffe laden, verschließen und Haltung annehmen. Entscheidend beim Schuss über Laufschiene und Korn ist, dass man nur das Korn sieht und nicht die Laufschiene. Das braucht Übung und immer wieder eine Korrektur der Körperhaltung und des Blickwinkels. Wenn alles passt – klappt´s, der Hase kippt (teilweise oder ganz) um und das gibt einem ein gutes Gefühl für das Prüfungsschießen.

Theorie im Praxistest

In einer der Erholungspausen zwischen den einzelnen Schießübungen drückte Karl-Heinz Würder jedem eine Waffe in die Hand: „Nun erklärt mir mal, was ihr da habt“! Weil alle bereits eifrig die Theorie gebüffelt hatten, gestaltete sich diese Prüfungssimulation als Erfolg – auch in Richtung, was noch nachgelernt werden muss, weil manche Fakten noch nicht mit überzeugender Lockerheit über die Zunge wollten, im Kopf aber schon Formen angenommen hatten. Ganz sicher aber wurde die Zuordnung der Abzüge zu den Läufen der Doppelflinte und Bockflinte mittels Eselsbrücke vorgenommen „voRne Rechts, hInten lInks und schwupps im Uhrzeigersinn für die Bockflinte rechts unten, links oben – absolut wichtiges Wissen für eine sichere Handhabung.

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Kann man damit einen Hirsch in 300 m Entfernung schießen?

Zur Waffe gehört Munition. Eine bunte Auswahl davon lag auf dem Tisch und harrte der Beschreibung durch uns. Geschosstypen allgemein (Voll-, Teilmantel-, Massivgeschosse) und der Wirkungsweise (Zerlegungs-, Deformations- und Vollgeschosse), Randfeuer- und Zentralfeuer, Rand-, Rille-, Gürtelpatrone, Aufbau von Büchsen- und Flintenpatronen, Rand- und Zentralfeuerpatronen, die Kaliber 8 mm-Besonderheit („IS“) und was falsche Kaliber in einem Lauf anrichten können. Des Weiteren wie Informationen auf der Patronenschachtel zu lesen sind (GEE, Energie etc.), Pufferpatronen, Flintenlaufgeschosse und ganz heimtückisch ein Gummigeschoss, das noch keiner gesehen hatte – auch nicht in der Theorie.

Ganz beliebt auch die Frage, ob der Abzug der gezeigten Waffe mit Stechermechanismus funktioniert und wenn ja, um welchen Stecher es sich handelt und wo sich die Stecherstellschraube befindet. Ergänzend dann noch die Demonstration, wie das Spannen und Entspannen von Waffen funktioniert, um sie fertig für den Waffenschrank zu machen. Arten der Visierung, Signaleinrichtungen, Ladesysteme und etwas Waffengesetz komplettierten die Fragestunde.

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Trotz der hohen Konzentration, die präzise Schüsse erfordern und der Verantwortung mit einer Waffe umzugehen, kam auch der Spaß nicht zu kurz. Und in diesem Sinne: Die Lokalrunde wegen der herausgespickten Schrothülsen für unsere Instruktoren wird beim JungjägerInnenfest nachgeholt. Versprochen!

Nachdem jede/r seine verschossene Munition bezahlt, sich in die Listen für die Prüfungstermine eingetragen hatte, verzog sich der Pulverdampf, und der Regen übernahm die vorösterliche Geräuschkulisse.

Ein herzliches Weidmannsdank für die intensive Vorbereitung ergeht dieses Mal an Karlheinz, Michael und Walter!

Fotos: Arno Krause

 

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