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„Jeder für sich ein Spezialist“ – Jagdhundetag mit Pfostenschau

Bild 1_Jagdhundetag 2017

Autorin: Dr. Marion Eckert-Krause, angehende Jungjägerin

Der Jagdhundetag mit Pfostenschau als Ausbildungsabschluss der Jung- und AusbildungsjägerInnen des Jahrgangs 2016/2017 der Vorarlberger Jägerschule fand am 6. Mai beim Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum in Hohenems unter freiem und etwas feuchtem Himmel vor knapp 200 Personen statt. Mag. Jörg Gerstendörfer, Leiter der Jägerschule, Landesjägermeister Sepp Baier sowie Landesjagdhundereferent Martin Schnetzer eröffneten diesen speziellen Höhepunkt.

„Ho’ Rüd’ Ho’“

140 Jungjäger- und AusbildungsjägerInnen wurden im Jahrgang 2016/2017 von 34 Referenten ausgebildet, fasste Jörg Gerstendörfer Zahlen, Daten und Fakten zusammen. Ganz besonders fasziniert habe ihn in diesem Jahrgang Peter Breuss mit seiner „Übersaxener Mafia“, der sich als Gehandicapter mit der Jägerprüfung einer ganz besonderen Herausforderung gestellt habe und warb für das noch bevorstehende JungjägerInnen-Fest am 10. Juni im Gemeindesaal Übersaxen.

„Ohne Hund keine Jagd“

Im Rahmen der Pfostenschau wurden die verschiedenen Jagdhunderassen vorgestellt.

Im Rahmen der Pfostenschau wurden die verschiedenen Jagdhunderassen vorgestellt.

„Ohne verfügbaren Hund keine weidgerechte Jagd“, erweiterte Moderator der Veranstaltung Martin Schnetzer seine einleitenden Worte. Jagdhunde sind Begleiter und Weggefährte des Jägers und jeder für sich sei ein Spezialist. Stolz sei man, dass so viele Jagdhunderassen in Vorarlbergs Klubs organisiert seien. Und dann extra für die vor der Prüfung stehenden JungjägerInnen eine Wiederholung der Gebrauchshundegruppen im Schnelldurchgang: Vorsteh-, Apportier-, Schweiß-, Stöber-, Brackier-, Bau- und Erdhunde. Nachfolgend präsentierten sich die Landesgruppen aller neun Jagdhundeclubs: Klub Dachshunde, Klub Jagdterrier, Klub Schweißhunde, Klub Brandlbracke / Steirische Rauhaarbracke, Klub Dachsbracken, Klub Tiroler Bracke, Klub Deutscher Wachtelhunde, Klub Vorstehhunde sowie Klub Retriever.

„Zehn-Kämpfer“ und „Blaublüter“ bis „Rucksack-Hunde“ in den Ring

Die angehenden JungjägerInnen und AusbildungsjägerInnen lernten, dass der Jagdterrier für die Erd- und Baujagd ein wahrer Zehn-Kämpfer sei, der mit seinem Bewegungsdrang sicher nichts für Sonntagsjäger sei. Aber hervorragend einsetzbar in Wasser, Feld , Wiese sei und mit seiner Spurlautfreudigkeit bei Treibjagden sowohl solo als auch in der Meute ausgezeichnete Arbeit leiste.

Geprüft auf Hase, folgte der kleinste der geführten Rassen, der Dackel. Er passe bequem in den Rucksack. Drück-, Stöberjagd, Nachsuche auf kalter Spur ohne Schweiß, diesen kleinen Kerl bringe nichts aus der Ruhe. Mutig und passioniert verrichte er seine Arbeit.

Und dann folgten die „Blaublüter“ unter den Rassen, die Schweißhunde. Gebirge oder Wald, nur Schweiß muss sein, dann geben diese ruhigen Hunde mit tiefer Nase alles, um krankes Wild zu finden.

Der Spezialist für alle Fälle sei – schreitend wie ein rassiges Araberpferd – die Tiroler Bracke als ein Vertreter der Bracken, neben dem „Vieräugl“ und der Dachsbracke.

Nahtlos reihte sich die Vorstellung der größten Gruppe, die Vorstehhunde ein, gefolgt von den Stöberhunden, bevor den krönenden Abschluss die aufstrebende Rasse der Retriever machte. „Der Retriever holt alles, egal ob Ente oder Hase“, schmunzelte Martin Schnetzer, er sei ruhig, zeige Apportier- und Wasserfreude gleichermaßen.

Dem Naturschutz verbunden – Faszination pur: die Beizjagd

Richard Bertel, Gerhard Gratzer  und Marcel Nicht stellten die Falknerei vor.

Richard Bertel, Gerhard Gratzer und Marcel Nicht stellten die Falknerei vor.

Für jedes Wild gebe es den geeigneten Vogel. Faszinierende Horizonte der waffenlosen Jagd eröffneten die Falkner Richard Bertel, Gerhard Gratzer und Marcel Nicht. Gebunden an die Schuss- und Schonzeiten, lasse sich auch heute die historisch geprägte und sehr bedeutsame Jagd mit dem Greifvogel durchführen. Einsatzgebiete gebe es überall dort, wo mit Schusswaffen weniger agiert werden könne, wie beispielsweise bei der Taubenabwehr im Bereich von Flugverkehr oder bei der Krähenjagd. Dazu gebe es ein strenges Zuchtprogramm und die Greife würden gechipt. Neben der Jagdprüfung müsse auch die Falknerprüfung bestanden sein und es gehöre ein Revier sowie die Jagdkarte zur Ausübung der Falknerei dazu. Ohne im Jagdgesetz verankert zu sein, gelte auch für Beizjagd, dass für ganzjährig geschontes Wild, wie die Krähe, eine behördliche Genehmigung zur Bejagung eingeholt werden müsse.

Mit hoher Konzentration und starkem Einsatzwillen zeigten dann die Hunde, was sie gelernt haben, wie zum Beispiel Arbeit am Wasser, Suche und Vorstehen, Apportieren und eine simulierte Baujagd mit Fuchs. Besonders beeindruckend war der Apportierhund, der nur Nase für die gestreckte Ente hatte und vier munter auf dem Fluss schwimmende und abstreichende Enten ignorierte. Die Streckenlegung von Fuchs, Hase und Federwild bildete das Ende dieser Praxiseinheit und des Kurses.

Die Jagdhornbläser Dornbirn sorgten für die brauchtumsgerechte musikalische Begleitung.

Die Jagdhornbläser Dornbirn sorgten für die brauchtumsgerechte musikalische Begleitung.

Besonderer Dank gilt den Jagdhornbläsern Dornbirn, die den Anlass brauchtumsgerecht musikalisch begleiteten sowie Siegbert Öhre mit seinem Team vom Klub Deutscher Wachtelhunde für den kulinarischen Höhepunkt.

Tiefschusswettbewerb

Während Jörg Gerstendörfer die Gewinner aus dem Kreis der 99 angetretenen Teilnehmenden des Tiefschusswettbewerbs bekannt gab, sorgte Karlheinz Würder für die ordnungsgemäße Preisverteilung. Die besten vier und der Sieger sind: 1. Bernhard Greber, 2. Alexander Khüny, 3. Andreas Rietzler, 4. Peter Vogler und 5. Veronika Ehlich.

v.l. Mag. Jörg Gerstendörfer, Veronika Ehlich, Dr. Peter Vogler, Andreas Rietzler, Alexander Khüny, Bernhard Greber.

v.l. Mag. Jörg Gerstendörfer, Veronika Ehlich, Dr. Peter Vogler, Andreas Rietzler, Alexander Khüny, Bernhard Greber.

Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, welche wertvolle Sachpreise und Gutscheine zur Verfügung stellten: Albert Deuring Bezau, Bertram Fetz Müselbach, Margot Boss Bregenz, Vorarlberger Jägerschaft, Kettner Rankweil, Waffen Montfort Feldkirch, Waffen Fröwis Feldkirch und Waffen Keckeis Bludenz. Weidmannsdank!

 

Fotos: Birgit Stieger und Claudia Hassler

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