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Vorarlberger Jäger besuchen die Waffenmanufaktur Merkel

Außergewöhnliche Jägerexkursion zur Waffenmanufaktur Merkel in Suhl

Am 4. Juni lud die international angesehene Firma Merkel interessierte Jäger der Vorarlberger Jägerschaft zu einer nicht alltäglichen Exkursion ins Stammwerk nach Suhl ein.

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Der Begeisterung der Firma Merkel über unser Jagdportal ist es zu verdanken, dass diese Einladung zustande kam. Auch hat sich wieder gezeigt, dass die Interessensermittlung sowie die Organisation durch Mag. Stephan Hohn relativ rasch dank vjagd möglich ist.

Am 3. Juni war es soweit. 19 interessierte Jägerinnen und Jäger traten am Mittag die Reise nach Suhl an. Das Busunternehmen Heine aus Deutschland brachte uns entspannt und fröhlich zum lauschigen Hotel Goldener Hirschen vor Ort.

Typische Hausmannskost und stimmungsträchtige Getränke begleiteten den harten Kern bis 3 Uhr morgens.

Der nächste Tag – die Spannung stieg bereits!

Nach einem  feudalen Frühstück wurden wir von Hr. Matthias Dunkel (Mitarbeiter Vertrieb) herzlich im neuen, großen Besucherraum empfangen.

Es folgten fünf hochinteressante Stunden im Werk!

Gestartet wurde beim Wareneingang, wo man bereits einige Halbfertigbauteile (z.B. Schmiedeteile) von Zulieferanten sehen konnte.

Kurz darauf befanden wir uns schon  im Maschinenpark, wo mit diversen Maschinen aus Rohmaterial und den Halbfertigteilen präziseste Gewehrteile entstehen. Interessant war es auch zu sehen, dass für andere Hersteller in Lohnfertigung gearbeitet wird.

Ein absolutes Highlight war es für uns, einmal die Entstehung eines Gewehrlaufs zu erleben. Im letzten Arbeitsgang wird der Lauf bei Merkel durch Kalthämmern (siehe auch Video) vom Innenprofil her komplett fertiggestellt (inkl. Patronenlager bei Helix Läufen).

Die einzelnen Arbeitsgänge beim Gewehrlauf sind im Wesentlichen:

  • Tieflochbohren
  • Hohnen,  um die Bohrung blitzblank und glatt zu bekommen
  • Hämmern

Danach wird der Lauf auf Durchmesser in der CNC Drehmaschine abgedreht und im Vakuum spannungsarm geglüht.

Für uns völlig überraschend war, dass auch Schrotläufe gehämmert werden und dass Merkel Lauflieferant von einigen uns bekannten namhaften Gewehrherstellern ist.

Eine besondere Schatztruhe stellt das Schaftholzlager dar. Hier fertigen die Merkel Schäfter aus edelsten Wurzelhölzern wunderschöne, maßgefertigte Schäfte für Kipplaufbüchsen und -flinten . Kunden mit diesen Ansprüchen  werden dafür extra ins Werk eingeladen , um das passende Holz auszusuchen.

Herr Dunkel warnte uns an dieser Stelle davor, selber einen Rohling bei einem Schaftholzhändler direkt zu kaufen. Wenn der Schaft bricht ist das Geld weg und man bekommt anders als z.B. Merkel keinen Ersatz.

Bei den industriell gefertigten Waffen sieht  die Schaftproduktion natürlich anders aus – mit entsprechenden Maschinen – nur das finish wird immer noch von Hand gemacht.

Kurz darauf befanden wir uns in der Endfertigung, wo wir das Entstehen einer fertigen Waffe bestaunten. An dieser Stelle noch besonders zu erwähnen sind die „Rohrmacher“ und die Gravierer. Erstere stellen z.B. ein präzises Drillingsbündel zusammen und verlöten es anschließend, die Gravur-Profis zaubern aus einem blanken Stahl ein Kunstwerk.

Zu Mittag wurden wir von Merkel in die werkseigene Kantine auf ein feines Menü eingeladen, um danach gestärkt dem Vortrag über Waffentechnik zuzuhören.

Besonders interessante Themen zu diskutieren waren:

  • Präzision von Fabriksmunition
  • Präzision von Läufen – die Innenballistik und der Einfluss der Laufschwingung
  • Kaliber und die Wichtigkeit der richtigen Lauflänge für das jeweilige Kaliber – zu kurz kann zu Energieverlust führen
  • Präzision von mehrläufigen Büchsen
  • Das aktuelle Herzstück von Merkel – der Geradezugrepetierer „HELIX Take Down Büchse“. Ganz ehrlich – wir waren sehr beeindruckt.

Auch andere Gewehre wie die Haenel Jäger 10 konnten direkt begutachtet werden. Die aktuelle Lieferzeit von 30 Wochen ist leider nicht so toll.

Als krönender Abschluss fuhren wir zum modernsten olympischen Schießstand Europas, wo wir alle begeistert die Chance nützten, einmal einen professionellen Jagdparcours (aus 6 Wurfmaschinen kommen Tauben in verschiedenen Größen von allen Seiten) zu schießen. Die Stimmung war riesig und der Spaßfaktor enorm. Es sieht halt sehr viel einfacher aus, als es ist!

Pünktlich um 15:30 Uhr traten 19 zufriedene und manch müde Jäger die Heimreise an.

Die Begeisterung war so groß, dass noch im Bus klar definiert wurde: Wir kommen wieder! Dann vielleicht auch für zwei Nächte, um das geschichtsträchtige Waffenmuseum von Suhl besuchen zu können.

8 Kommentare zu “Vorarlberger Jäger besuchen die Waffenmanufaktur Merkel

  1. Hallo Stephan – an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für die perfekte Organisation dieser Bildungsreise. War eine echt tolle Runde. Hoffe es gibt nächstes Jahr wieder eine Gelegenheit, da gibt es doch eine Firma in Gleichamberg die tolle Doppelbüchsen bauen…..

  2. Tradition trifft Moderne
    Das breite Spektrum von MERKEL war fazinierend. Von der Produktion einer klassichen Kipplaufwaffe mit tiefgestochenen Gravuren bis hin zum mittels modernster Fertigungstechniken erzeugten innovativen Repetierer – wirklich beeindruckend.
    Nicht zu vergessen der Besuch des Olympia-Schiessstandes. Auf einem Gelände von 27 ha können hier alle olympischen Schiessdisziplinen trainiert bzw. abgehalten werden.
    Ein herzliches Dankeschön und ein kräftiges Weidmannsheil an Matthias Dunkel / Merkel und natürlich auch an unseren perfekten Organisator Stephan!

  3. Vorab ein kräftiges Weidmannheil an alle die dabei waren und auch an jene die wirklich was versäumt haben – die Offenheit und nette Art von Merkel sowie die Qualität der Führung waren perfekt. Beindruckend war auch das Schiessgelände in seinr Grösse und auch in der Funktion. SUPER viel Spass !!!! Ein Lob an Stephan für die Organisation von Transfer – Unterkunft – Merkel – Schiessstand und Rückreise alles war spitze. Auch an Dankeschön an Bruno für das Versorgung mit diversen Flussigkeiten !!!! Und nochmals ein kräftiges Weidmannsheil an alle für den netten geselligen Abend. WH Dietmar


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