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Internationale Jagdkonferenz 2016

IJK 2016 Gruppenfoto

Von 23. bis 25. Juni 2016 fand in Oberkirch / Schweiz die 54. Internationale Jagdkonferenz statt. Die Internationale Jagdkonferenz (IJK) wurde als loser Zusammenschluss der Jagdverbände aus Deutschland, Liechtenstein, Südtirol und Österreich gegründet. 1964 fand das erste Treffen in Salzburg statt. Die Intention war, Themen, die die Jagd in allen Mitgliedsländern betreffen, möglichst umfangreich zu diskutieren und Zukunftsstrategien zur Erhaltung der Wildtiere und der Jagdausübung in Europa gemeinsam auszuarbeiten und dann auch zu leben.

So gesehen hat die IJK schon sehr früh erkannt, dass der Schutz der Wildlebensräume eine internationale Herausforderung ist. Auch galt es, Strategien zum Transport dieser Botschaft zu erarbeiten. Daneben wollte und will man natürlich auch auf gerade aktuelle Themen eingehen und zu einem umfassenden Überblick über die Verschiedenartigkeit der Behandlung einzelner Probleme in den Mitgliedsländern kommen.

Mitglieder sind die Jagdverbände aus Dänemark, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Die ursprünglich auch teilnehmenden Jagdverbände aus Belgien und Dänemark haben seit 20 Jahren keine Vertreter mehr zu den jährlichen Tagungen entsandt.

Der Präsident der Internationalen Jagdkonferenz LJM DI Heinz Gach

Der Präsident der Internationalen Jagdkonferenz LJM DI Heinz Gach

Der Präsident der IJK (seit 2006 LJM DI Heinz Gach, vorher durch 10 Jahre LJM Klaus Stocker und davor von 1972-1997 LJM Dr. Gerhard Anderluh) koordiniert Themen und Ort der Tagungen. Die jeweiligen Mitgliedsverbände richten abwechselnd die jährlichen Tagungen aus.

IJK 2016 Podium

Schlusserklärung der Internationalen Jagdkonferenz IJK 2016

Unser Wild muss seinen Lebensraum mit immer mehr Raumnutzern teilen. Anspruchsgruppen sind neben Freizeitnutzern die immer dichtere Besiedelung, die Ausdehnung urbaner Gebiete und die Zunahme von Verkehrsträgern. Die Jagd nutzt wie die andern Anspruchsgruppen die Natur. Aus dieser Erkenntnis heraus, widmete sich die 54. Internationale Jagdkonferenz in ihrer Tagung, die vom 23. – 25. Juni 2016 auf Einladung von JagdSchweiz in Oberkirch im Kanton Luzern stattfand, dem Thema „Jagd im Spannungsfeld Wildlebensraum – Freizeitnutzung – Raumnutzung“.

Anhand eines Überblicks über die Raumnutzung durch den Referenten Ueli Strauss, konnte sehr gut aufgezeigt werden, wie die Verinselung der Lebensräume in den letzten 20 Jahren exponentiell zugenommen hat.

Raimund Rodewald stellte den Landschaftsschutz in das Zentrum seiner – teilweise philosophischen – Betrachtungen. Als Begründung nannte er ökologische, kultur-ästhetische, gesellschaftliche, subjektiv-ästhetische und wirtschaftliche Fakten. Interessant war insbesondere seine Ausführungen bezüglich Schadenspotentialen von Wildtieren versus Menschen.

Der Eidgenössische Jagdinspektor Dr. Reinhard Schnidrig betonte die Ansprüche der Wildtiere an einen artgerechten Lebensraum. Er vertrat die Auffassung, dass sich einige Arten bedeutend besser an den ihnen zur Verfügung gestellten Lebensraum anpassen, gegenüber Arten, die u.a. bedingt durch die Veränderung ihres Habitats verlieren. Der Jäger erkennt diese Entwicklungen und reagiert, wenn immer möglich gesellschaftspolitisch, durch aktiven Beitrag in der Lebensraumaufwertung oder durch aktive Kommunikation.

Der Lebensraum der Wildtiere wird zunehmend durch Outdoorsportler gestört und eingeschränkt. Prof. Dr. Reto Rupf präsentierte anhand von Forschungsergebnissen die Auswirkungen bei Routenwahlen des Freizeitsports auf die Wildtiere. Er fordert ein Besuchermanagement, um es möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, an den Naturschönheiten teil zu haben, ohne die Natur und die Wildtiere zu beeinträchtigen.

Nach eingehender Diskussion kamen die Teilnehmer der einzelnen Jagdverbände aus Deutschland, Südtirol, Österreich und der Schweiz zu folgenden gemeinsamen Feststellungen.

Die IJK Mitgliedsverbände sind sich einig:

  • Jäger haben eine besondere Verantwortung für den Lebensraum von Fauna und Flora.
  • Proaktives Lebensraummanagement soll zentrale Aufgabe der Jäger bleiben. Insbesondere bei Raumplanungsprojekten muss der Jäger sich aktiv einbringen, zum Wohle des Wildes.
  • Jäger sollen sich aktiv bei der Besucherlenkung in der Natur mit einbringen.

Es gilt, die Netzwerke zu andern Anspruchsgruppen wie Forst, Landwirtschaft und Naturschutz zu stärken.

Die nächste Internationale Jagdkonferenz findet im Juni 2017 in Weimar / Thüringen-Deutschland statt.

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