•  
  •  

Hegeschau Feldkirch – Kulturgut Jagd

Autor: Angelika Ehlich-Beutter, Fotos: Christian Ammann

Vor zahlreichen Gästen eröffnete Bezirksjägermeister Reinhard Metzler am 5. April die Hegeschau des Bezirks Feldkirch im Vinomnasaal in Rankweil.

In der Begrüßungsansprache am Samstagabend dankte er allen an der Jagdausübung Beteiligten für die gute Zusammenarbeit während des Jahres. Dies zeigte der Öffentlichkeit ein geschlossenes Bild des Jägerstandes.

Die ganzheitliche Betrachtung unseres Lebensraumes erfordere eine verantwortungsvolle Hege, die nur durch Zusammenarbeit und regen Gedankenaustausch aller Beteiligten erreicht werden kann. Der Redner hob Probleme der Jagdausübung, die durch verschiedenste Freizeitaktivitäten in der Natur entstehen, hervor. Hier stehe das Handeln jedes Einzelnen, besonders des Jägers als Vorbild und mit allen Konsequenzen Vertrautem im Mittelpunkt. Die Öffentlichkeitsarbeit der Jägerschaft soll nicht zuletzt in die Richtung der Pflege der Tradition und alter Bräuche gelenkt werden. Mit Freude und Genugtuung erkenne der Festredner steigendes Interesse und Beliebtheit an jagdlichen Veranstaltungen, die sich in zunehmenden Besucherzahlen auch jagdferner Teilnehmer niederschlägt.

„Die zunehmende Besiedelung ehemals landwirtschaftlicher Flächen stellt die Jägerschaft ebenfalls vor immer neue Herausforderungen, denn Tiere kennen keine Grenzen. Aufkeimende Interessenskonflikte zwischen Jägern, dem Forst sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung lassen sich nur im ständigen Dialog und mit viel gutem Willen aller Beteiligten bereinigen.“ Dankende Worte fand der Reinhard Metzler für die gute Zusammenarbeit und hob die Erfolge der vergangenen Jahre bei den Bemühungen um einen breiten Konsens hervor. „Diese erreichten Ziele sollten uns Ansporn für zukünftige Gespräche sein.“

Abschusszahlen

Die Abschüsse beim Rehwild lagen bei 100%, beim Rotwild bei 86,56 % und beim Gamswild bei 164,56% im Bezirk. Die Abschusszahlen der Gamspopulation, welche sich in der Statistik mit 164,56% darstellte, veranlasste den Bezirksjägermeister, die Biotopgrenzen zwischen waldarmen, hochalpinen Regionen und den darunterliegenden Wäldern kritisch zu betrachten. Die Aufenthaltsdauer der Einstände der Gams sollte genau beobachtet werden. Mit dieser Bitte richtete er sich an den Forst sowie die Wildbach-und Lawinenverbauung. Bei der Begutachtung der ausgestellten Trophäen zeige sich ein starker Eingriff in die Jugend und Altersklasse II der Gamspopulation.

Insgesamt wurden 417 Trophäen dem interessierten Publikum gezeigt. Die Fütterung des Wildes konnte dieses Jahr fast zur Gänze mit heimischem Heu bewerkstelligt werden, was einen Erfolg bei der Ausnützung der regionalen Ressourcen (Wertschöpfung) bedeutet.

Am Sonntag begleitete die Bürgermusik Rankweil in bewährter Weise die zahlreichen Gäste beim Frühschoppen. Auch hier waren der Besucheransturm und das Interesse wie im vergangenen Jahr sehr groß.

Neben den Trophäen fanden die Aussteller der „Kulturgut Jagd“ reges Besucherinteresse. Herr Robert Fleisch vom Hornstüble Schruns, zeigte hohes handwerkliches Können und Vielfältigkeit in der Fertigung von jagdlichen Accessoires und Knöpfen aus Hirschhorn. Die Stadtmetzgerei Spieler aus Feldkirch verteilte großzügig Schmankerln aus der Selch- und Räucherkammer. Bei Robert Ess und Carmen Kaufmann konnten sich die Besucher über den Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane und die Vorarlberger Jägerschaft informieren.

Die Ausstellung „Vögel des Lebensraum Rheintal“ zeigte 70 verschiedene Vogelpräparate, welche die pädagogische Hochschule dankenswerterweise als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Interessierte Besucher und Schüler der Jägerschule wurden von Hubert Loretter durch die Ausstellung geführt und bekamen interessante Informationen über die Lebensweise der Vögel. Die Kürschnerei Amann Pelze aus Hohenems zeigte hochwertig verarbeitete Kürschnerprodukte aus heimischen Pelzen.

Und die Waldpädagoginnen des Wildpark Feldkirch Ingrid Albrich und Christine Hofmann erklärten den Kindern die Tiere des Waldes in ihren Lebensräumen. Sie zeichneten und bastelten geduldig mit den zahlreichen Kinder, welche nicht müde wurden, ihnen viele Fragen zu stellen.

Heuer zum ersten Mal stellte Frau DI Steffi Holder ihre Bilder im Rahmen der Hegeschau aus. Fasziniert verfolgten die Besucher den flotten und gekonnten Pinselstrich der Künstlerin. Mit den auf den Aquarellen sehr realistisch dargestellten Wildtieren in ihrer natürlichen Umgebung fand sie ein begeistertes Publikum.

Weidmannsdank und Weidmannsheil an alle Sponsoren, Mitwirkenden und Gäste!

Schreibe einen Kommentar