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Bezirksversammlung und Hegeschau Dornbirn

Hegeschau Dornbirn 2018Hegeschau Bezirk Dornbirn 2018

Am 16. Februar 2016 hielt die Bezirksgruppe Dornbirn ihre Bezirksversammlung und Hegeschau im Kolpinghaus in Dornbirn ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, was von einem ungebrochenen Interesse der Mitglieder dieses Bezirkes zeugt. Die Versammlung wurde von den Jagdhornbläsern Dornbirn eröffnet.

Als Ehrengäste konnte BJM Martin Rhomberg seinen Vorgänger und LJM-Stv Sepp Bayer, den Landwirtschaftskammerpräsidenten Josef Moosbrugger, den Landeswildbiologen DI Hubert Schatz, den Bezirksforsttechniker für die Region Nord DI Peter Feuersinger, den Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft Gernot Heigl, den Bezirksforsttechniker Peter Vogel, Ing Jürgen Schwendinger von der Wildbach- und Lawinenverbauung, den Sachbearbeiter bei der BH Dornbirn Martin Fetz, Dr. Georg Brosi vom Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden sowie zahlreiche andere Ehrengäste begrüßen.

In seinem Tätigkeitsbericht ging BJM Martin Rhomberg auf die Neuorganisation der Vorarlberger Jägerschaft und die neuen Strukturen des Vereins ein. Diese Strukturen wurden einem modernen Unternehmen angepasst, wodurch die Geschäftsstelle wesentlich gestärkt und der Service für die Mitglieder wesentlich verbessert werden konnte. Das neue Führungsteam besteht aus Dr. Christoph Germann als Landesjägermeister, sowie Sepp Bayer und Mag. Jürgen Rauch als seine Stellvertreter. Sepp Bayer ist für die Geschäftsstelle und den internen Dienstbetreib zuständig, Jürgen Rauch ist für die Finanzen zuständig. Jedes Mitglied wurde über diese Änderungen in einen separaten Brief informiert.

BJM_Martin_Rhomberg

Zudem berichtete der Bezirksjägermeister über die ergebnislose Suche nach dem ‚Karren-Bär‘, der nach wie vor unauffindbar ist und zahlreiche Sitzungen, die er besucht hat. In diesem Zusammenhang sprach er auch die zahlreichen Sichtungen des Luchses im hinteren Mellental an. Zu diesem Punkt stellte BJM Martin Rhomberg ganz klar fest, dass die Jägerschaft den Luchs akzeptiert, dass aber bei dessen Anwesenheit dies in der Abschussplanung berücksichtigt werden muss, zumal die Eingriffe in den Wildbestand sehr gravierend sind. Die nachgewiesenen Risse (Fotos, Risse, Losung usw) sind unverzüglich dem Wildbiologen des Landes, DI Hubert Schatz, zu melden. Ein Schwerpunkt in der Ansprache des Bezirksjägermeisters waren auch die drei Großveranstaltungen des Bezirkes Dornbirn im abgelaufenen Vereinsjahr. Dies waren das Tontaubenschießen in Lustenau mit 235 Schützen (trotz andauerndem Regen), die Landeshubertusfeier in Hohenems in einem einmaligen Ambiente mit Schlosshof, Kirche St Karl und dem neu renovierten Löwensaal, sowie dem traditionellen Jägerkränzle in Dornbirn, bei dem dank der Großsponsoren und dem Einsatz der Jägerschaft ein Gewinn von 24.000,00 € erwirtschaftet werden konnte, der der Kinderkrebsstation und der Kinderschutzgruppe im Krankenhaus Dornbirn und dem Schülerclub Dornbirn zur Verfügung gestellt wird. Abschließend bedankte sich BJM Martin Rhomberg bei den zahlreichen ehrenamtlichen HelfernInnen, auf die die Bezirksgruppe Dornbirn immer wieder zurückgreifen kann.

Peter Vogel, Bezirksforsttechniker für den Bezirk Dornbirn, erläuterte in seinem Vortrag das Eschensterben im ganzen Land, speziell entlang von Straßen und Wegen, das durch den Pilz ‚Hallimasch‘ noch forciert werde. Der Sturm Burglind habe im Land Vorarlberg insgesamt ca. 47.000 Festmeter Schadholz verursacht. Der Bezirk Dornbirn sei mit ca. 3.000 Festmetern noch glimpflich davongekommen. Bezüglich der Wildschäden seien keine gravierende Änderungen festzustellen.

Landesjägermeisterstellvertreter Sepp Bayer erläuterte in seiner Ansprache die Grundzüge der Dachmarke ‚Jagd Österreich‘, die Nachfolgerin der bisherigen Zentralstelle der Jägerschaft ist, die bisher vom niederösterreichischen Landesjagdverband betrieben wurde. Zudem gab er noch einige Hinweise bezüglich der Neustrukturierung der Vorarlberger Jägerschaft.

Der Wildbiologe des Landes Vorarlberg, DI Hubert Schatz, der in Vertretung von Landesrat Ing. Erich Schwärzler an der Versammlung teilnahm, bedankte sich bei den anwesenden Jägern für die gute Abschussplanerfüllung. Er forderte die JägerInnen auf, die Jagd weiterhin weidgerecht auszuüben und auch die Bedürfnisse der einzelnen Wildarten zu berücksichtigen.

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger bedankte sich bei den Jägern/innen für die gute Erfüllung der Mindestabschüsse und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er forderte einen Schulterschluss der Landwirtschaft und der Jägerschaft bei Problemen beim Auftreten von Großraubwild für die Zukunft. Landwirtschaftskammerpräsident Moosbrugger ging auch noch kurz auf einen TBC-Fall ein, der sich im Bezirk Dornbirn im letzten Monat ereignet hat. Bei diesem Fall stehe zwischenzeitlich fest, dass ein Zusammenhang mit Rotwild auszuschließen sei.

Georg_Brosi_Wolf

Im Anschluss referierte Dr. Georg Brosi vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden über das Thema ‚Rückkehr der Großraubtiere in den Alpen‘ und hier speziell über den Wolf. Dieser Vortrag zog alle Anwesenden in seinen Bann, zumal Dr. Brosi alleine aus seiner praktischen Arbeit mit den Calanda-Wölfen berichtete. Seine Themenbereiche waren die Populationsentwicklung – der Herdenschutz – der Einfluss der Wölfe auf die Wildtierpopulation – die Nachsuchen – die Probleme in der Landwirtschaft und seinem Umfeld – die Anpassungsfähigkeit der Wölfe bis hin zu den Schutzbestimmungen, die der Wolf bisher in Europa genießt.

Abschließend bedankte sich BJM Martin Rhomberg bei Dr. Georg Brosi für seine Bemühungen und die gute Zusammenarbeit. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen mehr waren, bedanke sich BJM Martin Rhomberg bei den zahlreichen Teilnehmern für ihr Interesse und schloss die 49. Jahreshauptversammlung der Bezirksgruppe Dornbirn.

Jagdhornbläser_Hegeschau_Dornbirn

Hegeschau Dornbirn 
Der stellvertretende Obmann der Hegegemeinschaft 1.3a, Ebnitertal, Wolfgang Fäßler, brachte den Anwesenden die Abschusszahlen des Bezirkes Dornbirn zur Kenntnis und erläuterte die Abschüsse bei den einzelnen Wildarten.

Die Abschusszahlen waren dieses Jahr zum Teil kaum erfüllbar, da auf der einen Seite der Tourismus und die Freizeitaktivitäten immer mehr Gebiete in Anspruch nehmen und auf der anderen Seite diese Tätigkeiten immer mehr in die Abend- und Nachtstunden verlegt werden, da die Personen am Tag arbeiten müssen. Ohne die Witterung zu berücksichtigen, werden die Zeitfenster für die Jagd immer kleiner. Es ist auch festzustellen, dass immer mehr Personen abseits aller Wege in den Wäldern und den angrenzenden Wiesen, zu jeder Tages und Nachtzeit, sich bewegen, um für sich den optimalen ‚Kick‘ zu finden.
Dennoch konnten durch großen Einsatz der Jägerinnen und Jäger die vorgegebenen Abschusszahlen bei Schalenwild insgesamt zu mehr als 100 % erfüllt werden.

Insgesamt wurden im Bezirk Dornbirn im Jagdjahr 2017/2018 627 Stück Schalen- wild erlegt. Es gliedert sich in 43 Stück Rotwild, 54 Stück Gamswild und 530 Stück Rehwild.
Dabei wurde der Abschuss beim Rotwild zu 104,88 %, beim Rehwild zu 103,11 % und der Abschuss beim Gamswild zu 105,88 % erfüllt.

Rotwild
Der Abschuss beim Rotwild sollte dringend zurückgenommen werden. Dies speziell bei den Trophäenträgern. Zudem ist auf eine entsprechende Altersstruktur zu achten, um dieser Wildart möglichst natürliche Bedingungen zu bieten.
Für diesen Punkt sind ausschließlich die Jäger verantwortlich.
Bei den wenigen Reduktionsabschüssen ist besonders auf den Kahlwildabschuss zu achten, da nur dort eine entsprechende Reduktion erreicht werden kann. Es ist aber in allen Fällen darauf zu achten, dass das Kalb vor dem Tier erlegt werden muss.

Gamswild
Der Abschuss bei Gamswild ist zu hoch angesetzt. Speziell bei den Gamsböcken ist Zurückhaltung geboten. Diese Wildart verlangt besondere Rücksicht und der Eingriff in die Mittelklasse, was unsere Zukunft ist, muss dringend reduziert werden. Das Gamswild leidet speziell unter dem Tourismus, da es von Tourengehern und anderen Freizeitsportlern in den Wald und andere Gebiete abgedrängt wird.
Speziell in Lagen oberhalb der Waldgrenze sollten daher keine Mindestabschüsse mehr verteilt werden, um in diesen Gebieten wenigstens den Jagddruck durch den Jäger zu vermeiden.

Rehwild
Der Eingriff in die Mittelklasse bei den Böcken ist zu hoch und sollte stark reduziert werden. Wenn die Abschusszahlen betrachtet werden, so sind mehr Böcke der Mittelklasse als der Ernteklasse erlegt worden.
Auch bei dieser Wildart muss mehr auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis und einen der Natur angepassten Altersaufbau geachtet werden.

Schwarzwild
Obwohl dieses Jagdjahr keine Probleme mit dem Schwarzwild aufgetreten sind, wurde in der Eigenjagd Obermörzel, also in einem sehr hoch gelegenen Revier, ein kapitaler Keiler erlegt. Das bedeutet für den Jäger, dass immer auf das Schwarzwild zu achten ist, um nicht eine böse Überraschung zu erleben.

Gesamt wurden 240 Trophäenträger bewertet

Hirsche:

  • Klasse I          1
  • Klasse III        1
  • Klasse III        5

Gamsböcke:

  • Klasse I           5
  • Klasse II          5
  • Klasse III        16

Gamsgeißen:

  • Klasse I           1
  • Klasse II          12
  • Klasse III         11

Rehböcke:

  • Klasse I           44
  • Klasse II          55
  • Klasse III         84

Die Besten

Trophäen Beste Dornbirn 2018

Erleger Revier Punkte
Hirsch    
Dietmar Siller EJ Wiesberg-Sturm 178,49
Gamsbock    
Martin Hager Eigenjagd Binnen 101,80
Lothar Scheffknecht Eigenjagd Langenegg 99,53
Dr. Marcus Maassen Eigenjagd Hintermellen 98,68
Gamsgeiß    
Mag. Gerhard Lotteraner Eigenjagd Körb 86,23
Rehbock    
Manfred Zeiner GJ Dornbirn Nord 124,65
Manfred Werle GJ Lustenau 122,98
Sepp Bayer GJ Dornbirn Nord 113,73

 

Abschließend wünsche ich allen ein unfallfreies und angenehmes Jagdjahr 2018/19, guten Anblick und viel Weidmannsheil!

 

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