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Grünröcke des Bezirks Bregenz feierten Erntedank

07.11.2016

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„Jäger Erntedank“, Pflege des jagdlichen Brauchtums und Geselligkeit sind wichtige Höhepunkte im Ablauf eines Jagdjahres, deshalb versammelte sich die Jägerschaft des Bezirk Bregenz am 29. Oktober in Egg-Großdorf zu einer würdevollen, schönen Hubertusfeier im Kreise gleichgesinnter Jagdfreunde und zahlreicher Gäste.

Bestens von Jagdschutzorgan Mario Sohler und seinem Helferteam organisiert, konnten sich Jägerinnen und Jäger sowie Freunde und Gäste der Bezirksgruppe Bregenz bei Glühwein und Punsch auf dem Schulplatz auf eine würdevolle Hubertusfeier einstimmen. Fünf kapitale Hirschtrophäen aus allen Hegegemeinschaften des Bezirk Bregenz, darunter auch ein Hirsch vom 17. Kopf, wurden von BJM-Stv. OSR Roland Moos präsentiert. Nach altem jagdlichen Brauchtum wurden die Hubertushirsche von der Jagdhornbläsergruppe mit dem Signal „Hirsch tot“ verblasen.

Hubertusmesse

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Es folgte ein würdiger, feierlicher Hubertusgottesdienst mit Pfarrer Mag. Friedl Kaufmann in der Pfarrkirche St. Josef in Großdorf, welcher vom Frauenchörle „Con Trios“ und der Jagdhornbläsergruppe vom Kreisjagdverband Lindau sowie der Großdorfer Firtagmusig stimmungsvoll und feierlich umrahmt wurde.

Hubertusfeier

Im Schein von Fackellicht spazierten die Gäste anschließend zur offiziellen Hubertusfeier in den Landammann-Saal. Begrüßt durch Bezirksjägermeister HM Hans Metzler, ließ es sich Hausherr und Bürgermeister Dr. Paul Sutterlüty nicht nehmen, Grußworte an die Gäste zu richten. Weiters begrüßte auch Landesrat Ing. Erich Schwärzler namens der Vorarlberger Landesregierung die Gästeschar.

Die musikalische Umrahmung der Hubertusfeier erfolgte durch die Jagdhornbläser Lindau sowie die „Großdorfer Firtagmusig“.

Hubertusansprache

In seiner Hubertusansprache erinnerte DI Hubert Schatz, Wildökologe und Jäger, in seinem Referat „Kein Platz für Wild und weidgerechte Jagd?“, dass wiederkehrend in vergangenen Zeiten, von der Antike bis heute, dem Wild mit einer moralischen, respektvollen Einstellung begegnet wurde. Jagd als kulturelles Tun müsse vom Jäger reflektiert werden, der Jäger solle sich nicht durch vorgegebene Abschussaufträge und fremdbestimmtes Handeln leiten lassen, und dadurch empfindungslos werden. Weidgerechte Jagd, so wie es auch im § 27 im Vorarlberger Jagdgesetz vorgegeben ist, solle im Einklang mit den Anforderungen des Schutzwaldes durchzuführen sein.

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Ehrungen

Im Rahmen der Hubertusfeier wurde zwei verdienten Mitgliedern eine hohe Ehre zuteil: feierlich überreichten Bezirksjägermeister HM Hans Metzler sowie Landesrat Erich Schwärzler an Alt-Hegeobmann Jakob Zauser sowie an LJM-Stv. Hegemeister Univ.-Doz. Dr. Christoph Breier den „Silbernen Bruch“.

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v.l. Landesrat Ing. Erich Schwärzler, Alt-Hegeobmann Jakob Zauser, LJM-Stv. Dr. Christoph Breier, BJM HM Hans Metzler

In seiner Dankesrede ging Christoph Breier auf die Änderungen von Brauch und Sitte ein.  Ausgehend vom Zitat des antiken Dichters Ovid „tempora mutantur, nosque mutamus in illis“ (die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen), sieht Christoph Breier diesen Wandel von ethischen Grundsätzen in der heutigen Zeit recht kritisch. Er wies darauf hin, dass vor wenigen Wochen in Frankreich ein Bundesgesetz beschlossen wurde, das es Großmärkten verbietet, Lebensmittel zu verwerfen und im Müll zu entsorgen. Dieses Gesetz wurde europaweit begrüßt und positiv aufgenommen. Im Gegensatz dazu seien im Land Vorarlberg im Zuge der überhitzten TBC-Diskussion von Vorarlberger Bauern 500.000 Liter genusstaugliche Milch (die in der gesamten EU und auch in der Schweiz in den Verkehr gebracht hätte werden können) nach Pasteurisierung in Kläranlagen entsorgt worden und es seien tonnenweise hochwertiges Kalb- und Rindfleisch, das ebenfalls in der gesamten EU genusstauglich gewesen wäre, in der Kadaververwertung verbrannt worden. Die Pikanterie am Rande war zusätzlich die Subvention des Landes Vorarlberg mit öffentlichen Geldern für den Abschluss einer Milchschadensversicherung, wobei hier von der Versicherung also eine Schadensabgeltung ausbezahlt wurde, obwohl objektiv gar kein Schaden entstanden war.
Diesen verwerflichen Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln kritisierte Christoph Breier umso mehr, als Monat für Monat hunderttausende Kinder und Erwachsene weltweit verhungern. Es müssten andere Wege gefunden werden, Lebensmittel, die aus Widerwillen oder einfach purem Überfluss in Vorarlberg nicht verwertbar sind, armen Menschen zukommen zu lassen. Er appelliert an alle in der heurigen TBC-Saison, die mit hoher Wahrscheinlichkeit knapp vor der Tür steht, andere Möglichkeiten zu suchen und zu finden, genusstaugliche Lebensmittel einer vernünftigen Verwertung zuzuführen. Nur durch den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln würden wir der Schöpfung den entsprechenden Wert zukommen lassen, wie er bei der heutigen Hubertusfeier mehrfach zur Sprache kam. „Sorgen wir dafür, dass wir unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt erhalten und Respekt vor Schöpfer und Geschöpf auch zukünftig wesentlicher Bestandteil unserer Wertvorstellungen bleiben möge“.

Eine Bildergalerie finden Sie HIER (Fotos: hubce)

 

 

 

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