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Exkursion ins Silbertal

Autor: Ruth Swoboda

Neben einer wirklich fundierten theoretischen Ausbildung an der Vorarlberger Jägerschule sind es vor allem die praktischen Seminare und Exkursionen ins Freiland die unsere Ausbildung auszeichnen. So war es auch nicht verwunderlich, dass alle drei Termine für eine Exkursion ins Silbertal restlos ausgebucht waren.

Bei herrlichem Sonnschein traf sich beim zweiten Termin eine Schar Jungjäger am Kristberg. Unter der fachkundigen Leitung durch Mag. Monika Dönz-Breuß erkundeten wir entlang des Bergknappenweges das Gebiet. Und dieses Gebiet, rund um die Silbertaler Waldschule, hat einiges zu bieten. Gleich zu Anfang stießen wir auf einen Baum mit beeindruckenden Fraßspuren des größten Vertreters der Spechte in Vorarlberg, dem Schwarzspecht. Er ernährt sich von der wirklich großen Rossameise, die in Bäumen ihre Nester baut. Monika versteht es ausgezeichnet, mit zahlreichen Bildern und Geschichten Wissen in die Köpfe zu pflanzen. Weiter ging es durch einen gut strukturierten Wald, der den einen oder anderen Verbiss durchaus zu tolerieren scheint.

Ein großer Vorteil unseres Kurses ist die bunte Truppe an verschiedenen Menschen mit den verschiedensten Hintergründen. Auf diese Weise kommt es zum regen Austausch und oft auch Verständnis für möglichst viele Seiten. Ein forstliches Verjüngungsprojekt im Gebiet wurde zum Praxisbeispiel, was auf einen Jäger alles einstürmen kann. Er oder sie muss eine Freihaltung in gewissen Gebieten genauso bewerkstelligen, wie auf oft unverständliche Argumente von Grundbesitzern, Touristen oder sonstigen oft selbst ernannten Experten reagieren. Das große Bild Lebensraum bleibt hier allzu oft auf der Strecke. In diesem Sinne diskutierten wir am WSKS und anhand von verbissenen, gepflanzten Weißtannen die Thematik des Bergriffs Wildschaden. Eines wird schnell klar: Wenn die richtigen Leute zusammen kommen, wenn man sich und die Lage des Anderen versteht, dann kann man immer zu einer vernünftigen Lösung kommen.

Nach all den Diskussionen hatten wir uns eine Pause verdient. Natürlich hatte Monika einen ganz besonderen Platz mit traumhaften Blick auf die Rote Wand ausgesucht. Alle waren bester Stimmung, was vermutlich auch an der Schokolade aber sicher am herrlichen Sonnenschein lag.

Frisch gestärkt kam danach sicherlich die für mich beeindruckendste Station unserer Exkursion, ein geringelter Altholzbaum. Geringelt hat ihn der Dreizehenspecht, der ganz in der Nähe des Baumes seit Jahren brütet. Er zapft den Baum an und trinkt die Säfte. Wenn man vor diesem Baum steht, weiß man, wie ausgeklügelt er das macht, ohne seine Nahrungsquelle vollkommen zu zerstören.

Zum Abschluss führte Monika uns noch in die Waldschule. Dort konnten wir Jungjäger anhand von Schädelknochen, Federn und natürlich auch Krucken unser Wissen für die anstehende Jagdprüfung auffrischen.

Wenn man mich fragt, was mich an der Jagd am meisten interessiert, dann sage ich immer, dass es das Erarbeiten eines Revieres ist. Ein Gebiet als Ganzes „in den Griff“ zu bekommen stelle ich mir spannend vor. Eines ist klar, Monika Dönz-Breuß hat ihr Gebiet rund um die Waldschule voll und ganz im Griff und zu unserem großen Glück kann sie ihr Wissen auch noch perfekt weiter geben.

Vielen Dank für einen großartigen Nachmittag.

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