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Erfolgreiche 8. Oberländer Jägertage

Autor: Robert Häusle

Auch bei den 8. Oberländer Jägertagen ließen es sich Freunde der Jagd und Interessierte aus Nah und Fern nicht nehmen, ins Frigodrom nach Nüziders zu kommen. Die Bezirksgruppe Bludenz unter BJM Lothar Tomaselli kann wieder auf eine sehr erfolgreiche Veranstaltung zurückblicken. Am Samstag, 2. und Sonntag, 3. März wurde viel geboten: neben der Vortragsreihe, den Sonderschau „Respektiere deine Grenzen“ und der Hirschrufmeisterschaft unterhielt der 1. Vorarlberger Jägerchor unter der Leitung von Elsa Plankensteiner am Samstag Vormittag jene Besucher, welche in aller Ruhe die Hegeschau besichtigten. Die Moderation wurde in gewohnter Manier von Otto Vonblon übernommen.

Im Rahmen der Oberländer Jägertage präsentierten sich zudem verschiedene Aussteller, welche an beiden Tagen besucht werden konnten: Keckeis GmbH-Jagd-Fischerei Bludenz, SUBARU-Scheidbach OEG Schlins, SUZUKI-Oberlandgarage Fam. Salcher Bürs, Vonblon Maschinen GmbH Nüziders, Ländle-Futter Vlbg. Mühlen und Mischfutterwerke GmbH, FRIGODROM Nüziders sowie die Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft.

Erhalt der Wildlebensräume

Die Ankündigung der Vortragsreihe lockte wieder viele Interessierte aus Vorarlberg, Tirol, der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland ins Frigodrom, sodass der Saal binnen Kürze gefüllt war. Kein Wunder, waren doch erneut hochkarätige Referenten geladen, die zum Thema „Erhalt der Wildlebensräume“ referierten.

Dr. Rudi Suchant (FVA Baden Württemberg) zeigte am Beispiel „Rotwildkonzeption Südschwarzwald“ anhand unterschiedlicher Sichtweisen von Naturnutzern, zu welchen auch die Jagd zählt, Tourismus, Forst und Naturschutz die Interessensunterschiede und Konflikte auf, welche Wildmanagement erfordern und nur dann gelöst werden können, wenn ein Wille zur Erhaltung des Rotwildes in der Region aller Beteiligten gegeben ist, Toleranz geübt und Pflichten und Verantwortung übernommen werden. „Die Uhr kann nur dann laufen, wenn kein Rad blockiert“, sprich alle Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Eindrucksvoll waren die Beispiele über Störungen, welche mittels GPS-Sendern an Rotwild aufgezeigt werden konnten.

Mag. Ruth Swoboda (Inatura Dornbirn) sprach sich für eine ganzheitliche Betrachtung der Lebensräume aus und verglich diese mit einer „explosiven Baustelle“, auf welche durch Wild und Freizeitnutzer Druck ausgeübt werde und die im Spannungsfeld von Politik, Land, Gemeinden, Landwirtschaft, Tourismus, Raumplanung und Naturschutz stehe. Gleiche Augenhöhe, Glaubwürdigkeit, Fairness und Ehrlichkeit seien Voraussetzungen für das Weiterkommen.

Prof. Dr. Fritz Reimoser stellte als Fazit der Evaluierung von Wild-Umwelt-Situation 2005 fest, dass die Entwicklungsrichtung zwar insgesamt stimme, jedoch bei der Lebensraumsicherung ein Rückstand bestehe und erläutert dies anhand von Vergleichszahlen von Freigebieten und dem negativ besetzten Begriff „Jagdliche Sperrgebiete“, besser als Habitat-Schutzgebiete oder Wildruhezonen zu benennen. Er stellte fest, dass meist erst nach Zerstörung von funktionierenden Lebensräumen die Erkenntnis zum Schutz derselben entstehe und diese dann mühsam mit viel Aufwand wieder aufgebaut werden  müssen.

Grußworte

In den Grußworten von LR. Ing. Erich Schwärzler, LJM Dr. Ernst Albrich und bei der Begrüßung durch BJM Ing. Lothar Tomaselli kam unter anderem die aktuelle TBC-Problematik zur Sprache. Eine nachhaltige Lösung könne nur durch eine Reduktion des Rotwildes erreicht werden, die Jägerschaft bekenne sich dazu, erwarte sich aber auch, dass deren Bemühungen nicht durch andere Naturnutzer unterlaufen bzw. behindert werden. Gegenseitige Schulzuweisungen wären bei der Problemlösung nicht hilfreich.

Jägerabend

Im Anschluss an die 8. Vorarlberger Hirschrufmeisterschaft fand der Jäger-Dämmerschoppen statt – für Unterhaltung sorgte das Duo Robert und Robert, welche zum Tanz bis in die späten Stunden aufspielten.

Hegeschau

Erstmals wurde auf die sog. „Tafel“, an welcher bisher die besten Trophäen präsentiert worden sind, verzichtet und als „Gegenleistung“ zu den einzelnen Hegegemeinschaften Informationen über Reviere, Fütterungen, Abschuss- und Kontrollzaunentwicklungen aufgezeigt.

Insgesamt wurden 1.721 Trophäen vorgelegt, 628 Hirsche (davon 88 Schadwild), 473 Rehböcke (davon 126 Schadwild), 306 Gamsböcke (davon 160 Schadwild), 261 Gamsgeißen (davon 70 Schadwild), 31 Steinböcke und 22 Steingeißen.

ORF-Frühschoppen

Am Sonntag sorgte der ORF-Frühschoppen für ein volles Haus. Unter der Moderation von Martin Rüscher spielten die „Bürserberger Volksmusikanten“ und die „Xiberg-Böhmischen“ auf und brachten Stimmung ins Frigodrom.

Dem Organisationsteam Manfred Vonbank, Elmar Burtscher mit ihrer Vielzahl an Helfern sowie dem Moderator Otto Vonblon ist für die gelungene Veranstaltung zu danken. Ebenso der Familie Fritsche/Frigodrom als Hausherr für die Unterstützung sowie den Ausstellern und allen Gönnern, welche die Veranstaltungen der Bezirksgruppe Bludenz übers Jahr unterstützen, einen herzlichen Weidmannsdank.

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