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Der Seeadler kommt zurück

“Österreich kann für den Seeadler immer noch ein idealer Lebensraum sein: Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des WWF und der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU).

Beste Bedingungen im Waldviertel
Noch vor zehn Jahren galt er als Brutvogel in Österreich ausgestorben, heute könnte der Seeadler wieder dauerhaft bei uns heimisch werden. „Überraschend viele Regionen des ehemaligen Verbreitungsgebietes sind immer noch bestens als Lebensraum geeignet, obwohl sich die Landschaft so stark verändert hat“, sagt Projektleiter Christian Pichler vom WWF.

Am meisten Potenzial habe das Waldviertel, gefolgt von den Auen an Donau, March und Thaya, wo bereits zahlreiche Seeadler erfolgreich brüten. Gemeinsam mit dem Burgenland und der Oststeiermark könnten sich in Österreich mindestens 30 Brutpaare ansiedeln. Das würde eine Verdoppelung des derzeitigen Bestandes bedeuten.

Schutzmaßnahmen notwendig
Besonders im Osten Österreichs findet der Greifvogel offenbar das, was er zum erfolgreichen Brüten braucht: alte Baumbestände für die Horste und wasserreiche Landschaften, die reich an nahrhaften Wasservögeln und Fischen sind. „Damit es die Seeadler schaffen, alle für sie geeigneten Gebiete zu besiedeln, müssen wir ihnen allerdings mit Schutzmaßnahmen unter die Arme greifen“, betonte Pichler.

Trotz ihrer Größe von bis zu zweieinhalb Metern sind Seeadler hochsensible Wesen. „Die Elternvögel können nur erfolgreich brüten und dann ihre Jungen großziehen, wenn sie in der kritischen Zeit zwischen Februar und Juni nicht zu oft aufgeschreckt werden“, erklärt Pichler. Damit die Jungvögel überleben können, will der WWF an besonders gefährdeten Horststandorten Schutzzonen mit einem Radius von 300 bis 500 Metern rund um die Horstbäume ausweisen lassen und mehr großflächige Schutzgebiete, etwa in den March-Thaya-Auen, einrichten.

Derzeit brüten im Waldviertel drei Paare, für elf weitere wäre Platz. In den Augebieten an der Donau sind es im Moment fünf Brutpaare (Platz für sieben weitere), in den Augebieten an March und der Thaya sind es aktuell drei Seeadler-Paare (Platz für mindestens zwei weitere). Im Nordburgenland brütet derzeit ein Paar (Platz für neun weitere) und im Südburgenland und der Oststeiermark haben sich zwei Brutpaare angesiedelt (Platz für ein weiteres).”

Quelle: science.orf.at

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