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Der Jäger als Dienstleister

Foto: Hubert Schatz

 
Autor: DI Hubert Schatz
(Vorarlberger Jagdzeitung, Ausgabe Jänner-Februar 2011)
Der Schutzwald hat für Vorarlberg eine große Bedeutung. Zahlreiche Regionen wären ohne die Schutzwirkung bzw. Hintanhaltung von Naturgefahren durch den Wald kaum ganzjährig bewohnbar, außerdem übernimmt der Wald durch seine Filtrationswirkung eine wichtige Aufgabe in der Reinigung von Luft und Wasser.
Höhenstufenbedingt zeichnen sich viele Schutzwaldgebiete durch eine besonders interessante Raum- und Vegetationsstruktur aus. Verzahnen sich diese mit darüber liegenden Alpflächen oder natürlichen Grasmatten und Felsbastionen, so steigert sich ihre Biotopattraktivität um ein Mehrfaches.
Schutzwälder stellen daher auch wichtige Lebensräume für zahlreiche heimische Wildtiere, unter anderen auch für unsere großen Pflanzenfresser Reh, Hirsch und Gams dar. Selbst der Hochgebirgsbewohner Steinbock kommt bei gewissen klimatischen Bedingungen bis zur Waldgrenze herab, um sich vor extremen Schneemengen im Hochwinter zu schützen oder im Frühjahr, wenn in den tiefer gelegenen Bereichen der Lawinenzüge das erste Grün sprießt, um sich hier von der winterlichen Zwangsdiät zu erholen.

1.000 Stunden Aufwand für Bejagung
Während in früheren Zeiten der Jäger die Familie bzw. Gemeinschaft mit lebensnotwendigem Fleisch versorgte und ihr auch Schutz vor Raubtieren bot, ist heute der Jäger beauftragt, den Wald vor übermäßigem Wildverbiss zu schützen. Ansehen und Macht wie damals bekommt er dafür heute nicht mehr, viel eher ist er der permanenten Beobachtung und Kritik von Behörde, Grundeigentümer und Öffentlichkeit ausgesetzt. Je nach Herkunft der Kritiker muss sich der Jäger manchmal in ein und demselben Arbeitsfeld Betitelungen wie Wildzüchter und Waldvernichter oder aber Bambimörder gefallen lassen.

Nichtsdestotrotz gehört die jagdliche Betreuung von Schutzwäldern zu den wichtigsten Aufgaben des Jägers der Gegenwart. Die Schwerpunktbejagung in Form von Freihaltungen, Schonzeitaufhebungen oder Abschussaufträgen stellt eine unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche jagdliche Betreuung eines Schutzwaldsanierungsprojektes oder Flächenwirtschaftlichen Projektes dar.

Die Erfüllung dieser jagdlichen Aufgaben verlangt vom Jäger nicht nur entsprechende fachliche und körperliche Voraussetzungen, sondern sehr viel Zeit und somit auch Geld. Beispielsweise werden in einem zirka 300 ha großen, intensiv betreuten Sanierungsprojektgebiet jährlich bis zu 300 Jagdeinsätze (Pirsch, Ansitz, etc.) mit einem Gesamtzeitaufkommen von über 1000 Stunden absolviert.
Nach erfolgter Reduzierung des Wildbestandes nimmt der Zeitaufwand für die Erlegung des Wildes von ursprünglich 10 auf 30 Stunden pro Stück zu.

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