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Buchtipp: Jagd mit Schalldämpfer – 2. Auflage

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Autor: DI Dr. Friedrich VÖLK

Erhältlich im Shop der Vorarlberger Jägerschaft – HIER

Prägnant, verständlich, reich bebildert und sogar vergnüglich zu lesen. Das ist die erweiterte 2. Auflage des Standardwerkes von Christian Neitzel über die Jagd mit Schalldämpfer.
Eine Warnung vorweg: Personen mit hartnäckigen Vorurteilen gegenüber der Verwendung von Schalldämpfern im Jagdbetrieb wird dieser bestens strukturierte Überblick mit zahlreichen Daten und Fakten eher wenig Munition bieten.

Dass Lärm krank macht, ist bekannt. Und dass ungeschützter Gebrauch von Jagdwaffen schwerhörig macht, spiegelt mancher Jägerstammtisch und mancher Jagdhund wider. Zwar kann guter Gehörschutz solche Schäden reduzieren – sofern er präzise angebracht ist und in der „Hitze des Gefechtes“ nicht verrutscht. Jedoch beeinträchtigt er das Richtungshören, woher sich das Wild annähert, und auch das Naturerlebnis. Ihn erst kurz vor dem Schuss anzubringen verunmöglicht rasches Schießen – und das ist vor allem bei hohen Abschusszahlen und somit für jagdliche Profis mehr als unzweckmäßig!

Schalldämpfer mindern auch Rückstoß und Mündungsfeuer erheblich. Vorteile, auf die niemand mehr verzichten möchte, der sie einmal genossen hat. Das zeigen sämtliche Erfahrungsberichte – nicht zuletzt von zahlreichen Berufsjägern in Vorarlberg. Die fachlichen Gründe dafür werden bei der Lektüre unmissverständlich klar.

Der Autor, Dr. Christian Neitzel aus Deutschland, weist die vorteilhaft breit gefächerte Kompetenz eines waffentechnisch und jagdlich versierten Oberfeldarztes auf. Dadurch ist das Werk thematisch erstaunlich umfassend: Das reicht von physikalischen Aspekten wie Lärmschäden, Zusammensetzung des Schusslärms, schallgedämpften Schuss oder Gehörschutz, über technische Aspekte betreffend Konstruktionsprinzipien von Schalldämpfern, physiologische Aspekte betreffend Gehör von Menschen und (Jagd-) Hunden bis hin zu rechtlichen und politischen Aspekten betreffend Genehmigungspraxis für Schalldämpfer im Jagdbetrieb.

Ein Zitat aus dem Vorwort der ersten Auflage bringt es auf den Punkt: „Wo in vielen europäischen Ländern Schalldämpfer zur Normalität gehören und der Umgang mit ihnen völlig unaufgeregt ist, tut sich Deutschland traditionell schwer mit dem Thema. Leider, denn hinter dem vermeintlichen Wildererwerkzeug steckt ein äußerst wertvolles Hilfsmittel zur Vermeidung von Gehörschäden. Warum das so ist, soll dieses Buch aufzeigen und dabei helfen, Vorurteile aufzuklären.“

Die zweite Auflage ist besonders erhellend angesichts der Offenlegung von teils skurrilen Argumentationen gegen Schalldämpfer (im Kapitel 27, „Genehmigungspraxis“). Das schafft Transparenz und Lesevergnügen. Angesichts etwas irrational erscheinender Ängste vor Wilderei fragt man sich schon etwas ratlos: Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass ein unbescholtener Jäger zum Wilderer wird, sobald er die Erlaubnis bekommt, zur Vermeidung von Gehörschäden einen Schalldämpfer zu verwenden? Oder gar, dass Wilderer auf ihn verzichten, bis ihnen eine behördliche Bewilligung zur Verwendung eines Schalldämpfers erteilt wird?? Und die „allgemeinen Sicherheitsbedenken“? Wenn erhöhte Kriminalität in Ländern zu verzeichnen wäre, wo Schalldämpfer verwendet werden dürfen, dann müsste in Dänemark, Finnland oder Norwegen, wo Schalldämpfer im Jagdbetrieb frei verwendbar sind, die Kriminalität messbar höher sein, als zum Beispiel in Italien oder Rumänien, wo schon der bloße Besitz von Schalldämpfern verboten ist. Der Beweis wird wohl nicht gelingen!

Das Buch ermöglicht eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem polarisierenden Thema „Schalldämpfer im Jagdbetrieb“. Es trägt dazu bei, dass die unaufhaltsame Entwicklung in Richtung „Gehörschutz dort wo`s Sinn macht: an der Mündung“ unterstützt und beschleunigt wird. Vor allem in jenen Ländern, wo Politik und Behörden noch zögerlich sind – wie auch in Österreich. Sobald einem Jäger die Verwendung eines Schalldämpfers auf seiner Büchse genehmigt wird – derzeit in Österreich noch nicht in allen Bundesländern und bisher nur auf Einzelantrag – bietet ihm die neu hinzugekommene Marktübersicht (Kapitel 29) eine hervorragende Entscheidungshilfe. Denn als technischer Laie verliert man sich allzu rasch in den Werbeangaben der Hersteller.

Im Geleitwort zur 1. Auflage wird die Stärke des Buches treffend zum Ausdruck gebracht: „Man kann Jung- wie Altjägern die Lektüre der nachfolgenden Seiten nur eindringlich ans Herz legen – auf die Gefahr hin, dass möglicherweise liebevoll gehegte „lodengrüne“ Vorurteile und vermeintliches Wissen aufgegeben werden müssen.“

Dr. Christian Neitzel. 371 Seiten. 296 Abbildungen. Hardcover. Format 17 x 24 cm. ISBN: 978-3-00-053171-2 Preis EUR 30,80

Erhältlich im Shop der Vorarlberger Jägerschaft – HIER

 

 

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