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Bezirkshubertusfeier in Au

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Bewegende Hubertusfeier in Au

Die Hubertusfeier des Bezirks Bregenz der Vorarlberger Jägerschaft am 29.Oktober war auch 2017 der traditionelle Höhepunkt des Jahres. Den festlichen und würdevollen Rahmen bildete die Gemeinde Au/Bregenzerwald mit einer bewegenden Veranstaltung aus dem Hubertusgottesdienst in der Pfarrkirche und der anschließenden Hubertusfeier im Dorfsaal. Ortspfarrer Georg Willam hielt eine eindrückliche Hubertuspredigt vor jagdlich dekorierter Kulisse und danach führte der Alt-BJM Stv. Roland Moos eloquent durch das Programm der offiziellen Hubertusfeier mit Grußworten sowie nachdenklichen, informativen und zukunftsorientierten Redebeiträgen. Immer wieder gab es Lob und Dank für alle Beteiligten.

Trotz wüstem Wetter fanden sich viele Jägerinnen, Jäger, Gäste und Freunde der Jagd in Au ein, um der von Jagdethik, Traditionen und weltlichen Anforderungen, wie Abschussplan und Freihaltezonen geprägten Hubertuspredigt von Ortspfarrer Georg Willam zu folgen. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der fulminanten Jagdhornbläsergruppe des Kreisverbands Lindau, den Innwälder Musikanten und der Familienmusik Fink.

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Beeindruckend war der Bogen, den Willam von Leben und Wirken eines Hubertus spannte, der alles, was ihm vor die Flinte gekommen sei niederknallte, bevor ein Sinneswandel ihn später zum Schutzpatron der Jagd werden ließ, hin zu dem heutigen Jagdverständnis, das auf Achtung und Respekt vor Natur und Tierwelt ausgerichtet sei.Hegeobmann Helmut Beer knüpfte in seiner Begrüßungsrede nahtlos an und präsentierte mit Stolz und Ehre den von Josef Rüf erlegten Hubertushirsch „Stuckle“, ein kapitaler, uriger, ungerader 16 Ender mit seiner Lebensgeschichte sowie sechs weitere gut veranlagte Hirsche aus der Region „Hinter der Kanisfluh“.

Die Bedeutung der Pachteinnahmen als wichtige Einnahmequelle für Eigenjagden der Alp- oder Vorsäßgemeinschaften hob Bürgermeister Andreas Simma ebenso wie die hohe Verantwortung für die Schutzwälder hervor und verwies auf den Bedarf an Wildregulierung. Hier seien die Jagdverantwortlichen gefordert, denen auch sämtliche Unterstützung gebühre. Die Jagdausübung werde immer problematischer. So mache sich zunehmende Freizeitnutzung, Tourismus, ein steigender Jagddruck mit der Einengung wildtauglicher Flächen  darin bemerkbar, dass das Wild scheuer und nachtaktiver werde und schwieriger zu bejagen sei. Elementar sei daher die gute Zusammenarbeit zwischen allen Naturnutzern, wie Jägern, Grundbesitzern, Landwirten, Forstleuten und auch dem Tourismus.

Ins gleiche Horn blies dann auch Landesrat Erich Schwärzler, der mit Vehemenz und Dynamik die Gratulation des Landes Vorarlbergs überbrachte, Freude empfand, wie Tradition und Werte gelebt werden und dass man gemeinsam nicht nur viel erreiche sondern auch stolz auf seine Heimat sein könne. Dazu gehöre aber auch Grenzen der Nutzung aufzuzeigen, klare Informationen zu geben, eine Hausordnung der Natur für Alle zu gestalten mit dem Ziel Enkel-sichere Lebensräume und Schutzwälder für Mensch und  Wild zu erhalten. Unabdingbar sei dafür neben eindeutigen Vorgaben gute Kooperation und Kollaboration.  Als Zeichen, dass dies schon gut gelebt wird, wurden Honorationen der Landesregierung, der Landwirtschaftskammer,  der Forst und der Vorarlberger Jägerschaft mit kräftigem Weidmannsheil begrüßt.

DSC02104Mit der Frage „Hubertus, warum verfolgst du mich“ tauchte der stellvertretende Landesjägermeister Dr. Christof Germann noch einmal in die Legende ein. Diese Frage, wie auch die Frage nach der Notwendigkeit der Jagd, habe nicht an Aktualität verloren und die Jägerschaft müsse bemüht sein, glaubhafte Antworten zu liefern. „Ja, es braucht die Jagd!“, konstatierte Germann, denn der Jäger bewirtschafte die Wildbestände, insbesondere das Schalenwild, erlege rund 12.500 Wildtiere und nehme bei Wildunfällen seine Verantwortung in ca. 1000 Einsätzen pro Jagdjahr wahr. Jäger leisteten ihren Beitrag bei Pflege und Erschaffung von Lebensräumen, wie beispielsweise Wild- und Bergwiesen, sicherten Artenvielfalt und sorgten für Schutz vor Naturgefahren. Und es würden 170 Tonnen hochwertiges Wildbret pro Jahr regional produziert. Viele Aufgaben, deren Erledigung auf zumeist ehrenamtlicher Basis erfolge. Für Vorarlberg seien das stolze 200.000 Stunden mit einem Gegenwert von 6 Mio. Euro. Trotz dieser Leistungen sei das Erscheinungsbild der Vorarlberger Jägerschaft verbesserungsfähig und zukünftig solle daher für mehr Verständnis in der Öffentlichkeit geworben werden. Dialog sei hierbei gefordert, offene Kommunikation entscheidend. „Beim Reden kommen die Leute zusammen“, appellierte Germann und meinte, dass jede Jägerin und jeder Jäger hierbei gefordert sei. Willam fragte zu Beginn „Was will uns Hubertus sagen?“ Die Antwort: „Reflektiert euer Tun, geht respektvoll mit Natur und Mitmenschen um und redet nicht über – sondern miteinander“.

Nach dem Dank für alle vor, hinter und auf der Bühne war Gelegenheit, die Hubertusfeier als Jägerhock bei gutem Essen und angeregten Diskussionen im Auer Dorfsaal ausklingen zu lassen.

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