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Bericht eines angehenden Jungjägers

Bericht eines angehenden Jungjägers

Danke für den schönen Empfang gestern Abend bei der Eröffnung der Jungjägerausbildung 2013. Sehr beeindruckt war ich, dass von Anfang an sehr viel Wert auch auf die Pflege des jagdlichen Brauchtums gelegt wird! Die Jagdhornbläser Gruppe ist extra für uns jagdliche Laien ausgerückt  und hat uns begrüßt!

Das sind große Vorschusslorbeeren!

Für mich war gestern sowieso ein ganz besonderer Tag!

Ich gehe seit Juni etwa zwei bis dreimal die Woche im Kleinwalsertal in zwei Revieren mit auf die Jagd! Die eine Jagd ist im Karstgebiet beim Hohen Ifen. Die zweite Jagd ist im Bärgunttal am Ende des Kleinwalsertales.

Gestern war ich im zweiten Revier mit dem Jagdaufseher Günter Graf unterwegs!

Wir sind gegen 09.00 Uhr bei traumhaftem Herbstwetter aufgestiegen und wollten auf Gams gehen. Auf mittlerer Höhe haben wir dann auch ein kleines Rudel angetroffen. Wir waren auf super Schussentfernung. Es hat aber einfach nicht gepasst. Wir haben längere Zeit die Stücke angesprochen. Dies war sehr lehrreich und ich durfte wieder erleben, dass die Gams Jagd besonders schwer ist (Altersansprache, Zuordnung der Kitze, usw.).

Anschließend konnten wir etwas höher noch Steinböcke ansprechen. Zwei Böcke etwa 7 bis 8 Jahre alt.  Zwei deutlich älter und vermutlich Ernteböcke. Günter hat auch noch einen Erntebock offen, aber es hat aber auch nicht wirklich gepasst. Bei dem Lebenserlebnis einen Erntesteinbock zu erlegen muss wirklich gar alles passen.  Um dieses Jagderlebnis wirklich genießen zu können, hätten wir auf der Hütte bleiben müssen um die Steinböcke am nächsten Morgen angehen zu können. Das ging ja nicht, weil ich am Abend zur Jungjägerausbildung musste (!!!) und darum hat Günter verzichtet weiter aufzusteigen! Er meinte, dass es ein anderes Mal besser passt! Respekt vor der Entscheidung! Genau das ist es was für MICH Jagd ausmacht.

Wir wechselten dann auf die deutlich wärmere und angenehmere Sonnenseite des Tales.  Dort haben wir einen Hirsch hoch gemacht!  Er war schwer anzusprechen. Eng gestellt. Bereich 8. Kopf. 16er… so auf die Schnelle!  … aber nicht genug – Kurze Zeit später fliegt eine Birkhenne auf und ich konnte sie im Flug beobachten!

…und wenn es läuft, dann läuft es! Ein paar hundert Meter weiter konnten wir eine Schmalgeiß ansprechen. Wir umgingen sie und warteten auf dem Hochsitz. Sie wechselte rasch von einer kleinen Freifläche in die Erlenstauden und ging dort ins Lager! Weil ich das Reh aber im Glas hatte als Günter mit dem Gewehr in Anschlag ging konnten wir an der Geiß dran bleiben. Sie war im Lager auch mit dem Spektiv und dem Wissen wo sie liegt fast nicht mehr zu erkennen. Etwas später ging sie wieder aus dem Lager und Günter kam zum Schuss! Weidmanns Heil

Ein traumhafter Abschluss für den Tag und den Start in die Jagdausbildung! Wir sind dann mit dem Jagdhund Birko zum erlegten Reh und haben es aufgebrochen und anschließend durch sehr steiles Gelände ins Tal gebracht!

Eine traumhafte Hochgebirgsjagd und ein traumhafter Start in die Jungjägerausbildung.

Schöne Grüße aus dem Kleinwalsertal, Martin Zwerger

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