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Beizjagd auf Rabenkrähen

Bild 1_Beizjagd_Ausbildungsjäger

Autoren: Martin Willi und Kurt Fessler

Am 16. Jänner fanden sich die Ausbildungsjäger im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Hohenems ein – auf dem Stundenplan: die Beizjagd. Wir konnten uns nicht so recht vorstellen was da so kommt.

Kurt Fessler, welcher sich bereits seit seiner frühen Jugend mit der Falknerei beschäftigt, brachte sein Wanderfalkenweibchen, „Josephine“, mit in den Seminarraum, diese blieb während der Theorieeinheit ganz ruhig am Pult sitzen und ließ sich von uns betrachten. Im Laufe des Vormittags informierte uns Kurt Fessler über die Geschichte der Beizjagd, die verschiedenen Greifvogelarten und Eulen. Weiters erfuhren wir, wie die Greifvögel gehalten und gezüchtet werden. Als Bioindikatoren greifen Eulen und Greifvögel auch in die Wald- und Wildökologie ein. Einige Beispiele eröffneten uns ganz neue Facetten, welche Bedeutung unsere gefiederten Prädatoren auf die Nahrungskette und den Waldzustand haben. Ein Beispiel: ein Eulenpaar braucht, um sich und den Nachwuchs zu ernähren, etwa 4.000 Mäuse im Jahr. Mäuse sind für den größten Sämlingsverbiss verantwortlich.

Geschichte

So spannte sich der Bogen von der Geschichte etwa 3. Jtsd. v.Chr. bis in die heutige Zeit. Vom Nahrungserwerb der Germanen zu Kaiser Barbarossa Friedrich II, der das Naturwissenschaftliche Werk „De arte venandi cum avibus“ schuf, das 800 Jahre bis zu Konrad Lorenz Bestand hatte, über biologische Vogelabwehr an Flughäfen/ Militärflughäfen und in der Landwirtschaft bis zum Tourismus mit Greifvogelvorführungen und Naturfilmaufnahmen von Universum. Greifvögel sind faszinierend und ihre Leistungen sind beeindruckend. Das ganze rundete ein Film über die Beizjagd ab. Und auch die eine oder andere Geschichte aus Kurt’s Falknerabenteuer durften wir mit Spannung verfolgen.

Beizjagd in der Praxis

Gegen Mittag fuhren wir dann in Richtung Bangs, wo wir das Falknerhandwerk in der Praxis kennenlernen durften. Auf dem Feld befanden sich einige Rabenkrähen, die an den abgeernteten Maisfeldern das eine oder andere Maiskorn suchten. Laut Kurt Fessler eine gute Gelegenheit, wie bei allen Jagdarten bestimmt die Taktik über Erfolg. Wanderfalken sind das Vorbild der Lenkraketen und sehr effizient, zumindest Josephine. Auf 300 Meter jagte der Falke die Krähen an, bei denen brach Panik aus, diese schlauen Gesellen kennen den reißenden Jagdflug eines Wanderfalken wohl ganz genau. Josephine riegelte zum Wald ab und so blieb den Krähen nach zwei drei harten Stößen nur noch ein einzelner Baum als Deckung.

Bild 2_Beizjagd_Kurt Fessler

Josephine kreiste weit über unseren Köpfen und wartete bis Kurt Fessler die Krähen mit seiner „Ratsche“ aus dem Baum scheuchte. Das Wanderfalkenweibchen wartete auf die perfekte Gelegenheit und schlug mit unglaublicher Geschwindigkeit im Sturzflug eine Krähe vom Himmel. Sichtbar genüsslich kröpfte „Josephine“ die Krähe, bis sie schlussendlich von Kurt abgetragen wurde.

Bei einem Mittagessen im Gasthaus Stern ließen wir den spannenden Ausbildungstag ausklingen. Weidmannsdank an Kurt Fessler für diesen sehr spannenden und praxisnahen Ausbildungstag!

 

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