•  
  •  

Beizjagd

Autorin: Cornelia Scheffknecht

An einem nebligen Samstag Morgen besuchten wir Ausbildungsjäger im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum in Hohenems die Praxiseinheit „Beizjagd“. Kurt Fessler brachte seine „Josephine“ – eine Wanderfalkendame – mit ins Unterrichtszimmer. Ganz ruhig saß sie da und ließ sich von uns über die Federn streichen. Die Geschichte, die Haltung der edlen Vögel, die Fütterung und auch die Art zu Jagen, wurden uns am Vormittag praxisbezogen nahe gebracht.

Ganz anders sah es dann im Revier aus. „Josephine“ beeindruckte uns mit ihren Flugkünsten und Jagdinstinkten. Der Falke ist darauf trainiert, hoch in der Luft (je höher, desto besser, in der Regel 100 bis 200 Meter) genau über dem Falkner anzuwarten. Wenn er nun in einer passenden Position – üblicherweise über dem Hund ist – erhält dieser den Befehl einzuspringen und damit das Wild hochzujagen. Bei unserer Vorführung wartete der Falke über dem Falkner, dieser sprang auf einige Baumreihen zu und scheuchte die Rabenkrähen auf. Der Falke griff sofort an, ging in einen 90 bis 45 Grad Sturzflug über, beschleunigt noch (bis zirka 200 km/h) und legte dabei die Schwingen ganz an den Körper an, bis der Falke fast den Erdboden erreicht hatte, dann öffnete er die Schwingen halb, schwang sich mit unverminderter Geschwindigkeit in die Flugbahn des verfolgten Vogels ein und schlug ihn mit den Klauen in der Luft. Ein solcher Stoß hat einen sehr hohen Impuls und der angegriffene Vogel hatte keine Chance. Genüsslich rupfte „Josephine“ die Rabenkrähe und ließ sich dann ohne Probleme wieder auf dem Arm von Kurt Fessler nieder.

Mit einem gemütlicher Ausklang im Gasthaus Stern beendeten wir diesen Ausbildungstag. Ein Weidmannsdank an die Organisatoren!

Schreibe einen Kommentar