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Anschuss-Seminar der Ausbildungsjäger

Anschuss-Seminar Ausbildungsjaeger 2017_3

Autor: Stephan Hohn, Ausbildungjäger

Am 25. März trafen wir Ausbildungsjäger uns um 8:00 morgens zum Anschuss-Seminar, geleitet von Hubert Loretter, Christian Ammann und Robert Ess, im Wildpark in Feldkirch.

Per Fußmarsch ging es Richtung Seminarplatz. Lehrreiche Idee: Der Weg wurde von Hubert mit Hauptbruch und Leitbrüchen markiert.

  • Der Hauptbruch ist mindestens armlang, er wird mit dem Waidmesser blank befegt (Rinde wird abgeschabt), um ihn so auffallender zu machen. Der Hauptbruch bedeutet »Achtung« hier muß der Jäger auf weitere Zeichen achten.
  • Der Leitbruch, der nur noch halb-armlang und ebenso befegt ist, wird dann auf das Ereignis hinweisen. Sein gewachsenes Ende zeigt in die Richtung in der gefolgt werden soll.

Am Seminarplatz angekommen wurden wir von den Seminarleitern begrüßt und Robert tauchte gleich voll umfänglich in die Materie ein. Themen waren unter anderem:

  • Was passiert alles vor dem Schuss und nach dem Schuss?
  • Wie lerne ich einen Jagdgast kennen und prüfe seinen Umgang mit der Waffe? Was gibt es alles zu berücksichtigen?
  • Ideale und tödliche Treffer beim Wildkörper
  • Schusszeichen – und was ist danach alles zu berücksichtigen
  • Verhalten und Vorbereitungen wegen Nachsuche nach dem ein Wildtier flüchtet

Vier Praxisnahe Beispiele von Anschüssen

Im Anschluss an die Theorie ging es an die vier vorbereiteten Anschuss-Szenarien mit Fallwild. Diese wurden an unterschiedlichen Stellen beschossen und mit Anschussbruch und Fährtenbruch vom Schützen markiert. Unsere nicht einfache Aufgabe lag darin, den Schützen auf die Situation hin zu befragen und anhand der Anschusszeichen die Situation zu ermitteln – was ist hier genau passiert?

Wichtige Merkmale dazu sind unter anderem:

  • Kugelriss (wo die Kugel nach dem Verlassen des Wildkörpers einschlägt)
  • Welche Gewebe-, Organ- und Knochenstücke kann man finden
  • Ist Schweiß vorhanden – wenn ja, welcher Art
  • Schnitthaar weist auf die Trefferstelle am Körper hin

Alle diese Hinweise sind wichtig für die Gesamtbeurteilung der Verletzungen bei einem Wildstück für die Nachsuche.

Praxisnaher Beschuss eines Fallwildes mit Langwaffe und Kurzwaffe (Pistole und Revolver)

Dank dieser Übung lassen sich die Wirkungen der unterschiedlichen Geschosse auf den Wildkörper sehr praxisnah darstellen. Besonders beeindruckens dabei war, dass die Schussabgabe der Langwaffe mit Schalldämpfer erfolgte.

Man kann hier nur von einer Wohltat für die Ohren bei Mensch und Hund sprechen. Von der normalerweise deutlich spürbaren Druckwelle (Schalldruck), die von der Mündung her die Ohren massiv zu schädigen vermag, ist nichts mehr zu spüren. Der Knall ist aber immer noch laut und weit zu hören. Den nicht hörbaren, leisen Schuss konnten wir nicht bestätigen

Nach dieser Übung wurde uns noch eine praxisnahe, erfolgreiche Nachsuche vorgeführt.

Das Anschuss Seminar endete danach mit einem gemütlichen Hock mit Hirschwürsten und weiterer Verpflegung beim Haupthaus der Wildparkverwaltung

Wir Ausbildungsjäger bedanken uns mit einem kräftigen Weidmannsheil beim Anschuss-Seminar Team.

Fotos: Stephan Hohn und Andrea Kerbleder

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