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Aktuelle Tuberkulose-Situation in Vorarlberg

Foto: Hubert Schatz

Der Stichprobenplan zur Untersuchung der TBC beim Rotwild wurde im Jahr 2011 erneut ausgeweitet und umfasste im ganzen Jagdjahr 280 Proben aus ganz Vorarlberg! Während im Jahr 2010 bei 226 Proben vier positive Fälle gefunden worden waren, waren es 2011 acht von 280 Proben. Das entspricht insgesamt einem Anteil von 2,9%.

Unterschiede zeigen sich auch beim Alter der positiven Stücke. Tendenziell werden die positiven Stücke mit zunehmendem Alter mehr: während von 57 untersuchten Kälbern keines positiv ist, liegt der Wert bei den Hirschen der Klasse I bei einem von 17 untersuchten Stück und damit bei 5,8%.

Von den insgesamt 280 Proben sind 260 im Rahmen des ERA-Net Projektes eingesandt worden, 20 weitere Proben wurden von Amtstierärzten für das Wildtiersurvey-Projekt von Armin Deutz eingeschickt und im Zuge der Auswertung ebenfalls auf TBC untersucht. Von den 260 ERA-Net Proben, die überwiegend von Jagdaufsehern gezogen worden sind, waren 92% für das ERA-Net brauchbar, und das trotz des sehr strengen Probenahmeprotokolls: es mussten mindestens beide retropharyngealen Lymphknoten vorhanden sein, zusätzlich nach Möglichkeit weitere Lungenlymphknoten sowie Darmlymphknoten, damit eine Probe tatsächlich angenommen worden ist.

Interessant bei den Proben aller drei Untersuchungsjahre ist, dass sich die positiven Befunde immer wieder auf dieselben geographischen Gebiete konzentrieren. Das ist zum einen das Gebiet Hochtannberg, wobei hier auch ein Fall im Hinteren Bregenzerwald und im Kleinwalsertal hinzu zu rechnen ist, dann die Gemeinde Lech und schließlich das Klostertal sowie das Silbertal (Graphik).

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass weiterhin ein aktives Monitoring beim Rotwild notwendig ist. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, wie sich die Fallzahlen im betroffenen Gebiet entwickeln und ob es zu einer Übertragung auf die umliegenden Gebiete kommt. Dementsprechend ist der Stichprobenplan zu gestalten. Dieser ist derzeit in Ausarbeitung und wird sobald wie möglich mit den Jagdverantwortlichen besprochen. Grundsätzlich ändert sich am Vorgehen gegenüber dem letzten Jahr nichts, es ist auch wieder daran gedacht, in der Pufferzone angrenzend an das Lechtal alle erlegten Stücke zu beproben.

Jedenfalls aufrecht bleiben die Empfehlungen an die Jägerschaft zum Einen und an die Alpwirtschaft zum Anderen, um eine Übertragung der Tuberkulose von infizierten Wildtieren auf das Weidevieh möglichst hintanzuhalten.

Bei der Untersuchung des Weideviehs wurden heuer in den Monaten Jänner und Februar in Vorarlberg insgesamt 2328 Stück Vieh mit der simultanen Tuberkulinprobe untersucht. Nur eine der über 2300 Proben zeigte ein fragliches Ergebnis. Die diagnostische Tötung des Tieres zur Einsendung von Organproben erbrachte aber in diesem Fall ein negatives Ergebnis, sodass schlussendlich alle Untersuchungen bei Weiderindern mit negativem Befund abgeschlossen werden konnten.

Lesen Sie mehr dazu HIER (Vorarlberger Jagdzeitung – Ausgabe Mai-Juni 2012).

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