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Afrikanische Schweinepest rückt näher – positive Fälle in Tschechien

Dachshunde 2015_Arbeit im Schwarzwildgatter

Presseaussendung Landwirtschaftskammer Österreich

Durch das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest im Süden Tschechiens ist das Risiko für die Schweinehaltung in Österreich deutlich gestiegen. Am 22. Juni wurden im Bereich der Stadt Zlin, ca. 100 km östlich von Brünn und etwa 80 km von der österreichischen Grenze entfernt, zwei an Afrikanischer Schweinepest verendete Wildschweine gefunden. Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine hoch ansteckende seuchenhafte Erkrankung, an der sowohl Wild- wie auch Hausschweine erkranken können und durchwegs daran verenden.

Die Afrikanische Schweinepest ist hochkontagiös und das Virus kann in Fleisch und Fleischerzeugnissen monatelang für Schweine infektiös bleiben!
Für Menschen ist das Virus jedoch keine Gefahr.

Die ASP stellt ein erhebliches Risiko für Hausschweinebestände dar und ein positiver Fall in Österreich würde massive Auswirkungen auch für den Handel und den Export von Schweinen, Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten bedeuten.

Deshalb hat das Gesundheitsministerium umgehend Vorbeugemaßnahmen getroffen.
So ist die Freilandhaltung von Hausschweinen in mehreren Bezirken im Nordosten Niederösterreichs nur mehr zulässig, wenn der Betrieb über eine bescheidmäßige Bewilligung der BH verfügt, wonach alle Bestimmungen gemäß Schweinegesundheits-Verordnung sofort eingehalten werden (doppelter Zaun etc.).

Betriebe mit Auslaufhaltung von Schweinen in diesen Bezirken müssen ihre Schweine über Nacht vom Auslauf fernhalten.
Damit soll ein Kontakt zu Wildschweinen verhindert werden.

Übertragungswege:

  • direkter Kontakt
  • Verfütterung von Fleisch oder Fleischprodukten (Schinken, Würste, usw.)
  • Fahrzeuge, Geräte, Kleidung
  • Körpersekrete und Blut

Die österreichischen Schweinehalter sind vorbereitet

Mit der Schweinegesundheits-Verordnung, welche seit 1.1.2017 in Kraft ist, wurde ein Regelwerk geschaffen, das die heimischen Schweinebestände schützen soll und Mindeststandards zur Gesunderhaltung unserer Schweinebestände regelt.
Nicht zuletzt wegen der ASP sollten Schweinehalter dem Thema „Bio-Sicherheit“, also der Vorbeuge gegen die Einschleppung von Infektionen in den Tierbestand, erhöhte Aufmerksamkeit schenken.

Dazu zählen:

  • Keine Speiseabfälle an Schweine verfüttern.
  • Zutritt von betriebsfremden Personen in den Stall soweit als möglich vermeiden.
  • Betreten des Stalles nur mit betriebseigener Kleidung (Overall, Stiefel) oder Einweg-Overalls und Überziehschuhen.
  • Mäuse und Ratten konsequent bekämpfen (können ebenfalls Krankheiten übertragen)
  • Tiertransportfahrzeuge nach jedem Transport reinigen.
  • Futtermittel- und Einstreulager (ev. auch abseits der Hofstelle) vor möglichem Zutritt von Wildschweinen schützen

Auch Schweinefleischprodukte aus Regionen mit erhöhtem Risiko, wie aktuell Polen oder Tschechien, Ukraine, Lettland, Estland können ein Risiko darstellen.

Auch die Jägerschaft ist gefragt

Nachdem das größte Risiko von der Wildschweinpopulation ausgeht, sollten bei der Bejagung von Wildschweinen in Tschechien durch Jäger aus Österreich keinesfalls Wildbret oder Trophäen mitgenommen werden. Auch an Schuhwerk und Kleidung von der Pirsch könnte Virusmaterial anhaften.

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