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48. Jahreshauptversammlung Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane

Am 26. Mai fand im Gasthof Uralp in Au die Jahreshauptversammlung des Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane statt. Obmann RJ Manfred Vonbank konnte eine Vielzahl an Ehrengästen begrüßen, u.a. LR Ing. Erich Schwärzler, LWK-Vizepräsident DI Hubert Malin, LAbg. Rudi Jussel, Landeswildbiologe DI Hubert Schatz, Bezirksforsttechniker DI Karl Studer, die Jagdsachbearbeiter der Behörden Ing. Peter Juffinger, Guntram Schaiden und Michael Metzler, Landesveterinär Dr. Norbert Greber, den leitenden Angestellten der Sektion Dienstnehmer DI Richard Simma, die Referenten Dr. Uschi und Dr. Armin Deutz, sowie LJM Dr. Ernst Albrich, BJM Reinhard Metzler, BJM Lothar Tomaselli und BJM Hans Metzler, Geschäftsstellenleiterin Carmen Kaufmann und den Leiter der Jägerschule Mag. Jörg Gerstendörfer.

Vorstellung der HG 1.4 – Hinterer Bregenzerwald

HO Dr. Christoph Breier stellte die landschaftlich sehr anregende, 14.000 ha große Hegegemeinschaft vor. „Die Aufteilung in 45 Jagden gibt Auskunft darüber, wie kleinstrukturiert die Jagden im hinteren Bregenzerwald sind – die größte davon ist Au-Sonnseite mit 1140 h, daneben gibt es aber sehr viele kleine Jagden mit durchschnittlich 300 ha.

Bericht des Obmannes

Der Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane zählt 401 Mitglieder, davon 36 hauptberufliche und 318 nebenberufliche Jagdschutzorgane, 36 Pensionisten sowie elf unterstützende Mitglieder. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir entgegen aller Prognosen den Stand des Berufsjägers halten konnten. Ein herzliches Dankeschön an all jene, welche uns in unseren Bemühungen unterstützen.“
„Wir sind ein verlässlicher Partner für unsere Behörden geworden. Die Wildschadensituation hat sich vor allem durch den hervorragenden Einsatz von uns Jagdschutzorgane erheblich verbessert.“

Weiterbildungspass
„Alle Jagdschutzorgane leisten hervorragende Arbeit. Mit diesem Weiterbildungspass wurde ein starkes Zeichen in Richtung Aus- und Weiterbildung gesetzt. Der Stellenwert eines gut ausgebildeten Jagdschutzorgans kann für die Erhaltung der Tierwelt und deren Lebensräume nicht hoch genug gewertet werden.“ Nach nunmehr drei Jahren sind die ersten der Weiterbildungspässe voll.  Alle, die einen vollen Weiterbildungspass besitzen, bitte diesen per Post an den Kassier Karlheinz Jehle versenden – bei der nächsten Jahreshauptversammlung werden aus den eingesendeten Weiterbildungspässen drei attraktive Hauptpreise gezogen. Leere Weiterbildungspässe werden mit der Post retourniert.
Obmann RJ Manfred Vonbank zählte die Vielzahl an Weiterbildungsveranstaltungen auf, welche im vergangenen Vereinsjahr geboten wurden: 1. Vorarlberger Jagdschutzorgane-Schießen (im Rahmen des Bürser Jagdschießens), Aus- und Weiterbildung zur kundigen Person, TBC-Probenentnahme, Trichinen-Untersuchung beim Schwarzwild, Fahrt zur Jägertagung in Aigen, Exkursion zum Revier Waldburg-Zeil, Schulung für Jagdschutzorgane zum Thema Vergleichsflächen, Lehrherrenabend, Oberländer Jägertage mit dem Thema Niederwild und Beutegreifer, Vorarlberger Hirschrufmeisterschaft. Weiters erfolgte eine Buch-Aktion in Kooperation mit dem Land Vorarlberg sowie der Vorarlberger Jägerschaft. Das Buch „Wildkrankheiten und Zoonosen“ von Dr. Uschi und Dr. Armin Deutz wurde in den vergangenen Tagen an alle Jagdschutzorgane in Vorarlberg versandt. Die Kosten dafür tragen zu je einem Drittel das Land Vorarlberg, die Vorarlberger Jägerschaft sowie der Verband Vorarlberger Jagdschutzorgane. Ein herzliches Dankeschön dafür.

Kollektivvertrag
Auf Wunsch der Jagdschutzorgane hat der Vorstand der Vorarlberger Jägerschaft am 15.03.2012 den Beschluss gefasst, dass ab 01.04.2013 die Wertsicherung an den Verbraucherpreisindex geknüpft werden soll (derzeit: Anknüpfung an den Teuerungszuschlag der Bediensteten des Landes Vorarlberg). Weiters soll die jeweilige Wertanpassung am Beginn des Jagdjahres und nicht mehr am Beginn des Kalenderjahres erfolgen.

Wildtiere und ihre Lebensräume
„Der Lebensraum unserer Wildtiere wird immer kleiner, der Druck auf diese Lebensräume immer größer – dieser Trend muss gestoppt werden.

Wir haben in den vergangenen Jahren Abschusszahlen erfüllt und oft sogar übererfüllt, von welchen man vor Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hat. Wir haben Schusszeiten verlegt, verlängert, teilweise gänzlich aufgehoben – wir haben viel unternommen, wir haben unsere Übung gemacht. Nun sind der Grundbesitzer und auch die Behörden gefragt, dass die Lebensräume und Rückzugsräume erhalten werden.
Zum Thema Lebensraum und Schutzzonen werden wir uns in der Zukunft weiter einsetzen müssen – leider scheint es hier noch Lücken zu geben, denn sonst kann es nicht sein, dass lediglich zwei Jagdschutzorgane Anzeigen bezüglich Betretungsverbot in Wildruhezonen gemacht haben…“

Tuberkulose
Auf uns Vorarlberger Jagdschutzorgane ist Verlass! Die Proben wurden fast gänzlich eingesandt und die Qualität der Probenentnahme hat fast zu 100% gepasst.
In diesem Jahr gibt es das ERA-Projekt nicht mehr, das Land Vorarlberg hat sich aber entschieden, weiterhin Proben zu kontrollieren.

Ausbildung zur kundigen Person
Die Bestellung zur kundigen Person läuft Ende 2012 aus. Im Jahr 2013 werden jene Jagdschutzorgane, welche die Voraussetzungen erfüllen, neu bestellt – dies sind all jene, welche 2006 einen Grundkurs absolviert haben und in der Zwischenzeit eine Weiterbildung gemacht haben sowie aktive Jagdschutzorgane sind.
All jene, welche den Grundkurs aber keine Weiterbildung absolviert haben, werden im Herbst zu einer Weiterbildungsversanstaltung eingeladen.
Jene, welche in der Zwischenzeit aktive Jagdschutzorgane wurden, werden neu bestellt.
Jene, welche niemals einen Grundkurs besucht, aber Weiterbildung gemacht haben, bekommen im Jänner die Chance, einen Grundkurs in der Jägerschule nachzuholen.
Die Bestellung zur kundigen Person gilt für das ganze Land – aber: es muss ein aktives Jagdschutzorgan sein!

Abschließend zu seinem Bericht betonte Obmann Vonbank: „Ich wende mich an alle JO mit dem dringenden Apell, den eingeschlagenen Weg weiterhin zu verfolgen, Moderator zwischen Grundbesitzer und Jagdpächter zu sein. Ich bedanke mich bei unseren Partner für die hervorragende Zusammenarbeit. Dadurch hat sich in Vorarlberg im gesamten Bereich des Wildtiermanagements und der Lebensraumerhaltung ein flächendeckendes Netz gebildet.“

Geschäftsabschluss

Kassier Karlheinz Jehle berichtete die Gebarungen des Verbandes. Das Guthaben per 18. Mai 2011 betrug 3.769,12 Euro, das Guthaben per 18. Mai 2012 10.736,98 Euro. Die Buchaktion, welche in den vergangenen Tagen alle Jagdschutzorgane im Land Vorarlberg erreichte, wurde noch nicht abgebucht. Diese Kosten werden in der nächsten JHV vorgestellt werden. Ein herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle an das Land Vorarlberg sowie an die Vorarlberger Jägerschaft zur Teil-Übernahme dieser Kosten gesagt.

Nachbesetzung der Bezirksvertreter

Aufgrund personeller Änderungen werden für Feldkirch, Bludenz und Bregenz neue Bezirksvertreter vorgeschlagen, welche einstimmig angenommen werden:
Feldkirch: JO Robert Ess
Bludenz: JO Manuel Nardin
Bregenz: JO Mario Bär

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die ausscheidenden Vertreter Roman Gassner und Melchior Bär, welche beide aus gesundheitlichen Rücktritt erklärt haben. „Weidmannsdank für euer Tun“!

Zeugnisübergabe

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden die Zeugnisse an die neuen Jagdschutzorgane überreicht.

v.l. DI Hubert Schatz, LR Ing. Erich Schwärzler, DI Hubert Malin, LJM Dr. Ernst Albrich, Mag. Jörg Gerstendörfer, Andreas Krapf, Christian Vonier, Christian Muther, Ekkehard Nachbaur, Harald Willi, Küng Martin, RJ Manfred Vonbank.

Verleihung von Berufstiteln

v.l. RJ Diethelm Broger, DI Hubert Schatz, LJM Dr. Ernst Albrich, RJ Thomas Fritsche, Di Hubert Malin, RJ Karlheinz Jehle, RJ Manfred Vonbank, ROJ Gerhard Stampfer, RJ Manfred Kessler, LR Ing. Erich Schwärzler.

Für ihre Verdienste wurde der Berufstitel Revierjäger an JO Thomas Fritsche aus Mellau, Karlheinz Jehle aus Lech und Manfred Kesslera aus Tschagguns verliehen. An RJ Gerhard Stampfer aus Vandans wurde der Berufstitel Revier-Oberjäger verliehen.

Grußworte

In seinen Grußworten betonte DI Hubert Malin: „Jagdschutzdienst heißt auch, sich für den Lebensraum einzusetzen und damit die Lebensgrundlage für alle Wildtiere einzusetzen.“ Weiters riet er allen nebenberuflichen Jagdschutzorganen, sich abzusichern, ordentlich Abgabe zu bezahlen, und dadurch auch durch die Landwirtschaftskammer vertreten zu sein. „Die Behörde meldet die gemeldeten Jagdschutzorgane an die Gebietskrankenkasse, diese weiß also Bescheid.“
„Von mancher Seite wird der wertschätzende Umgang miteinander nicht gepflegt – nur wenn wir zusammenarbeiten, werden wir Erfolge haben im Einsatz für Wald und Wild.
Weiterhin viel Engagement und Erfolg nicht nur bei der täglichen Arbeit sondern vor allem auch beim Erhalt unseres Lebensraumes. „

LJM Dr. Ernst Albrich legte wert darauf, dass bei einer guten Zusammenarbeit es auch möglich sein müsse, dass man in einem höflichen, freundlichen Ton auch kritische Fragen stellen könne. „Ich deponiere also hier ganz deutlich, dass wir weiterhin so wie bisher die Zusammenarbeit pflegen und so gut wie möglich gestalten werden.“ Zum Thema Tuberkulose merkte er an, dass es außerhalb Vorarlbergs Leute gäbe, die die Vorarlberger Vorgehensweise belächeln. „Diese haben das Wesen dieser Krankheit nicht verstanden, und ich bin dankbar, dass wir mit Dr. Norbert Greber und LR Ing. Erich Schwärzler Personen haben, mit denen gut zusammengearbeitet werden kann.“
Abschließend dankte er allen, zuallererst den Jagdschutzorganen, denn es sei Knochenarbeit und äußerst schwierig, denn das Wild werde immer scheuer, der Aufwand immer größer. Dank auch an Obmann Manfred Vonbank für die sehr gute Zusammenarbeit, sowie Dank auch beim Land und vor allem auch bei DI Hubert Schatz.

LR Ing Erich Schwärzler: „Mit dem Zusammenhalt, mit der Mitarbeit kann man anständig Aufgaben erfüllen. Danke an den Vorstand unter KR RJ Manfred Vonbank.
Mensch-Wald-Tiere – dies ist ein sehr wichtiger Bereich. Die Frage Lebensraum: wir haben zuviele Einzelkämpfer, oft sieht man nur seinen eigenen Bereich. Man muss auch wissen, wenn man ja sagt zu einer Gemeinschaft, zu einer Partnerschaft, dann müssen wir wieder stärker aufeinander Rücksicht nehmen. Ein Dank aber vor allem an euch alle für die sehr gute Zusammenarbeit in Sachen Tuberkulose – nur durch euren Einsatz, durch euer Dazuschauen wurde es möglich, dass die Viehbestände in Vorarlberg TBC-frei sind.

Wildkrankheiten – Zoonosen
Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung erfolgte ein sehr interessanter Vortrag von Dr. Armin Deutz zum Thema „Wildkrankheiten – Zoonosen“.

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