Mai
30
2011

Gänsegeier im Montafon

Foto: Monika Dönz-Breuß

Seit mehreren Wochen mehren sich die Hinweise auf Gänsegeierbesuch im Montafon. Jagdschutzorgan Markus Dönz meldete bereits Ende April eine Gänsegeiersichtung aus dem hinteren Silbertal. Am vergangenen Samstag meldete Jagdschutzorgan Alfred Werle die Sichtung von mehreren Gänsegeiern im Raum Bartholomäberg – Schruns, wobei am gestrigen Tag elf Individuen zu sehen waren. Heute hatte ich die Möglichkeit, in Bartholomäberg zwei Gänsegeier zu beobachten und auch Fotos zu machen.

Foto: Monika Dönz-Breuß

Der Gänsegeier zählt zu den großen Altweltgeiern.

Körperlänge: 93 bis 110 cm
Flügelspannweite: 234 bis 269 cm
im Vergleich dazu Steinadler bis zu 250 cm, Bartgeier bis zu 290 cm.
Gewicht: 6,2 bis 11,3 kg.
Die Art zeigt keinen Geschlechtsdimorphismus bezüglich Färbung, Größe oder Gewicht. Das Zugverhalten ist offenbar komplex und in vielen Bereichen noch unerforscht.

Adulte Gänsegeier sind überwiegend Standvögel, während Jungvögel und immature Vögel in offenbar je nach Population stark variierenden Anteilen Langstrecken- oder Kurzstreckenzieher bzw. Strichvögel sind.

Foto: Monika Dönz-Breuß

„Diese Wanderungen machen sich in einer starken Zunahme der Beobachtungen von Gänsegeiern in Mitteleuropa bemerkbar. Beispielsweise wurden in den Niederlanden von 1800 bis 1997 insgesamt nur 11 Individuen beobachtet. Seit 1997 tritt die Art dort alljährlich auf und bereits in den Jahren 2000 und 2001 wurden dort außergewöhnlich hohe Zahlen mit jeweils insgesamt 20 Individuen nachgewiesen. Im Frühjahr 2005 gab es erstmals einen spektakulären Einflug in die Schweiz mit 122 Tieren und Truppgrößen bis 40 Individuen. 2006 erfasste ein solcher Einflug erstmals auch Deutschland, wo ab Anfang Mai insgesamt etwa 164 Exemplare nachgewiesen wurden, der größte Trupp wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit 57 Tieren beobachtet. In diesem Jahr wurden in der Schweiz mindestens 40 Gänsegeier beobachtet. Einen weiteren sehr starken Einflug gab es 2007 mit mindestens 67 Individuen in Deutschland und 171 in der Schweiz. Über die Ursachen dieser großen Einflüge wurde kontrovers diskutiert, neben der starken Bestandszunahme in Südwesteuropa wurde eine mögliche Ursache auch in strengeren Regelungen zur Beseitigung von Tierkörpern in Spanien ab 2006 gesehen. Die Schweizerische Avifaunistische Kommission hielt dies jedoch für unwahrscheinlich und wies darauf hin, dass die Einflüge nach Mitteleuropa bereits lange vor 2006 begonnen haben, in den letzten Jahren stärker wurden und nach wie vor im Wesentlichen auf den Zeitraum April bis Juli beschränkt sind, während die Nahrung in Spanien ganzjährig zurückging. Die Herkunft dieser nach Mitteleuropa einfliegenden Vögel konnte auch durch farbmarkierte Tiere belegt werden. Zwischen 1980 und 2002 wurden in der Schweiz 26, in den Italienischen Alpen 20, in Belgien 7, in den Niederlanden 8 und in Deutschland 4 markierte Gänsegeier beobachtet, die wohl fast ausschließlich aus Frankreich oder Spanien stammten.Quelle: Wikipedia

Über den Autor:
Monika Dönz-Breuß

5 Kommentare + Kommentar verfassen

  • Einmalige Aufnahmen. Danke

  • Weidmannsheil Monika,
    auch ich bin der Meinung von Ingrid. Imposante Bilder im imposanten Montafon. Ich hatte auch schon Sichtungen vom Bartgeier (zum Beispiel im Nenzinger Himmel). Danke für den tollen Beitrag.
    WMG
    Jörg Gerstendörfer

    • Weidmannsheil Jörg und Ingrid,
      war heute wieder “bewaffnet” unterwegs – diesmal mit Stativ, Spektiv und Fotoapparat – leider gab es heute keinen Anblick – aber ich hoffe auf baldiges Wiedersehen :-)

      Weidmannsgruß, Monika

  • Die Bilder sind phänomenal und dass wir sie mit dir, Monika, teilen können, verdanken wir unserer ausgezeichneten community auf http://www.vjagd.at. Wir können gemeinsam stolz und zufrieden sein, müssen aber unbedingt weiter machen.
    Ernst

  • Alfred hat mir davon erzählt. Leider habe ich sie noch nicht gesehen. Hoffe auch noch auf einen Anblick.
    Super Monika, tolle Bilder!
    lg
    Andrea

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